Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen e. V.

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Vergangene Veranstaltungen 2001

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Dezember 2001

Markt und Plan: Kann die Profitdominanz gebrochen werden?
Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Horst Richter (Freital)

In der Debatte der Linken um Veränderung der bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse spielt der Gedanke der möglichen Einschränkung oder gar Brechung der Profitdominanz eine bedeutsame Rolle. Dabei wird es auch für möglich gehalten, die Profitdominanz in wesentlichen Bereichen des Kapitalverhältnisses einzuschränken. Ist das Illusion oder hat es Grundlage? Ist die Profitmacherei nicht unlöslich mit den Verwertungsbedingungen des kapitalistischen Eigentums, mit dem Charakter des Kapital verbunden? Ist überhaupt eine Marktwirtschaft mit entscheidend eingeschränkten Möglichkeiten, Gewinn zu erzielen, denkbar?
Mittwoch, 19. Dezember 2001, 19 Uhr, Pulsnitzer Straße 10, 01099 Dresden
Perspektiven der Kultur zwischen Globalisierung und nationaler Identität
Vortrag und Diskussion mit Prof. Peter Porsch (Leipzig)

Kultur und kulturelle Veränderungen werden im 21. Jahrhundert eine bedeutendere Stellung in unserem Leben einnehmen als je zuvor. Schlagworte wie "kultureller Kapitalismus", "Kultur- und Freizeitgesellschaft" oder die Auseinandersetzung über eine "deutsche Leitkultur" sind dafür Beleg. Erst jüngst sind wir wieder mit der Beschwörung der Verteidigung von "abendländischer Zivilisation und Kultur" - dem "Guten" - gegen das "Böse" konfrontiert worden. Welche Perspektiven hat und eröffnet Kultur im Zeitalter der Globalisierung, brauchen wir Rückbesinnung und Bewahrung nationaler Identitätsstiftung durch Kultur oder brauchen wir mehr Interkulturalität? Sind dies überhaupt Gegensätze? Was erwartet uns und was sollen wir wollen? Ja, was ist überhaupt Kultur?
Mittwoch, 12. Dezember 2001, 19 Uhr, Pulsnitzer Straße 10, 01099 Dresden
Pazifismus und Marxismus - Historisches Friedenserbe
Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Helmut Bock (Berlin)

Man hat den Historiker einen "nach rückwärts gewandten Propheten" genannt. Das meint, er sehe im Vergangenen einen Sinn der Geschichte und überträgt diesen als eine Möglichkeit in die Gegenwart und in die Zukunft. Die Darstellung kritischer historischer Theorien mit dem Anspruch auf deren aktuelle Bedeutung ist trotz der Zäsur im linken Weltbild eine angebrachte und notwendige Forderung. Die aktuellen Ereignisse stellen zwangsläufig die Fragen nach Alternativen zur militärischen Konfliktlösung. Welche Ansätze für pazifistische Überzeugungen ergeben sich daher aus marxistischer Sicht? Den Pazifismus und den Marxismus als historisches Friedenserbe verstehen zu wollen, heißt schlicht und einfach: Frieden - kein Krieg.
Mittwoch, 5. Dezember 2001, 19 Uhr, Pulsnitzer Straße 10, 01099 Dresden

November 2001

Linkes Denken:
Anarchismus - Idee der herrschaftsfreien Gesellschaft
Vortrag und Diskussion mit Roman Kalex, Ralf Baumgart (Dresden)

Anarchismus gilt den einen als Schimpfwort und Synonym des völligen Chaos, den anderen dagegen als Ideal der freien Gesellschaft. Der Anarchismus ist als Theorie vor allem eine Herrschafts- und Staatskritik (An-Archie, herrschaftslos), philosophisch gesehen: der Mensch ist ein freies Wesen und muss sich keiner Regel unterwerfen, der er nicht selbst zugestimmt hat. Diese Veranstaltung will einen weniger polemischen Zugang zu Theorie und Geschichte des Anarchismus eröffnen und dabei auch die Frage nach der aktuellen Bedeutung einer staatsfeindlichen Theorie beleuchten. Für ein Grundverständnis werden dafür die grundlegenden Vorstellungen und die wichtigsten Denker des Anarchismus (Proudhon, Bakunin, Kropotkin u. a.) vorgestellt.
Mittwoch, 28. November 2001, 19 Uhr, Pulsnitzer Straße 10, 01099 Dresden
Dimitroff-Tagebücher
Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Ernstgert Kalbe (Leipzig)

Georgi Dimitroffs Tagebücher gewähren einen Einblick in das Innenleben der kommunistischen Weltbewegung in einer Zeit, in der diese einerseits zunehmend durch das stalinistische Regime, das mit Terror dem Verrat an den eigenen Gründungsidealen entgegeneilte, gekennzeichnet wurde. Andererseits wirkten gerade diese Ideale in der kommunistischen Weltbewegung weiter. In der Gestalt der Sowjetunion gewannen sie angesichts des triumphierenden Hitlerfaschismus in den Augen der Zeitgenossen neue Anziehungskraft als einzige antifaschistische Alternative. In dieses Spannungsfeld stellte die Geschichte den Bulgaren Georgi Dimitroff, der durch seine glanzvolle Verteidigung im Leipziger Reichstagsbrandprozess wie kein anderer geeignet war, den kommunistischen Antifaschismus an der Spitze der Komintern zu repräsentieren.
Mittwoch, 14. November 2001, 19 Uhr, Pulsnitzer Straße 10, 01099 Dresden
Weltsicherheitspolitik im Kontext terroristischer Bedrohung
Podiumsdiskussion

(gemeinsam mit Sächsische Friedensinitiative und Gemeinschaft für Menschenrechte Sachsen)
Die Veranstaltung zu den Fragen der Weltsicherheitspolitik im Kontext der Ereignisse und Folgen des 11. September in den USA soll eine strategische Perspektive zur Bewertung der jüngsten Ereignisse öffnen. Wie begegnen Gesellschaft und Politik den sicherheitspolitischen Herausforderungen nach den Terrorakten in den USA? Sind militärische Optionen geeignete Mittel einer präventiven Sicherheitspolitik? Auf welchem Fundament muss eine Weltordnung beruhen, welche den Ursachen für terroristische und militärische Gewalt den Boden entzieht?
Mittwoch, 7. November 2001, 19 Uhr, TU Dresden, Hörsaalzentrum, Bergstraße, Raum E 05, 01069 Dresden

Oktober 2001

Linksbasar:
Links zu alternativem Denken,
Links zu Stipendien,
Links zu alternativen Netzwerken,
Links zu Antifaschismus und Antirassismus,
Linkes Denken

Basar linker Netzwerke: Dresdner Vereine und Partner der Rosa-Luxemburg-Stiftung stellen sich und ihre Angebote vor.
Bücherverkauf und Kontaktbörse
Vorträge:
17.00 - 18.00 Uhr  Die Rosa-Luxemburg-Stiftung und ihre Stipendien
(Dr. Monika Runge, MdL, und Dr. Sigrid Pfeiffer, Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen und Berlin)
18.15 - 19.45 Uhr  Mit freier Software in eine neue Gesellschaft? Das Open-Source Projekt.
Vortrag und Diskussion mit PD Dr. Hans-Gert Gräbe, Institut für Informatik der Uni Leipzig
Mittwoch, 24. Oktober 2001, 17 Uhr, TU Dresden, von Gerber-Bau, Raum 037, Bergstr. 53, 01069 Dresden
Linkes Denken im 20. Jahrhundert:
Leo Kofler - Theoretiker des revolutionären Humanismus
Vortrag und Diskussion mit Dr. Werner Seppmann (Haltern, Mitherausgeber "Marxistische Blätter")

Seppmann, langjähriger Mitarbeiter von Leo Kofler (1907-1995) berichtet über dessen theoretisches Werk und politisches Leben, das gekennzeichnet war durch Konsequenz, Unangepasstheit, marxistische Identität und theoretische Stringenz:
Seine Veröffentlichungen decken weite Bereiche der kritischen Gesellschaftstheorie und der historisch-kritischen Philosophie ab. Das übergreifende Thema vieler Untersuchungen sind die modernen Herrschaftsverhältnisse, die ihn 1950 zwangen, die DDR zu verlassen und in der BRD Jahrzehnte unter den Bedingungen des Berufsverbotes seinen Lebensunterhalt durch Journalismus und in der Erwachsenenbildung zu erstreiten.

Mittwoch, 17. Oktober 2001, 19 Uhr, Pulsnitzer Straße10, 01099 Dresden
Jüdische Kommunisten in der DDR
Dr. Karin Hartewig (Universität Erfurt) stellt ihr gleichnamiges Buch vor.

(gemeinsam mit HATIKVA e. V.)
Unter den Repatriierten, die sich in der SBZ und der späteren DDR einfanden, waren auch Kommunisten jüdischer Herkunft. Sie verstanden sich zumeist als streng atheistisch, links, antibürgerlich, antiliberal und antizionistisch. Obwohl sie in der DDR nur eine kleine Minderheit bildeten, artikulierten sie den Anspruch, die deutsche Kultur und das "bessere Deutschland" zu repräsentieren, außerordentlich wortmächtig. Aus Überlebenden des Holocaust, Emigranten und Widerstandskämpfern wurden die Gegeneliten des zweiten deutschen Teilstaates. Diesem hielten die meisten von ihnen trotz zahlreicher Konflikte die Treue. Karin Hartewig geht einer bedeutsamen, aber verdrängten Variante der Assimilation von Juden im 20. Jahrhundert nach.
Mittwoch, 10. Oktober 2001, 19 Uhr, Pulsnitzer Str. 10, 01099 Dresden

September 2001

Veranstaltung zu den Interkulturellen Tagen:
"Ich war der Hitlerjunge Salomon"
Sally Perel, Autor von "Hitlerjunge Salomon", berichtet über sein Überleben im nationalsozialistischen Deutschland.

(gemeinsam mit Ausländerrat Dresden e. V., HATIKVA e. V., Schauburg Dresden)
Sonntag, 30. September 2001,17 Uhr, Filmtheater Schauburg, Königsbrücker Str., 01099 Dresden
Veranstaltung zu den Interkulturellen Tagen:
Rassismus konkret: Hoyerswerda und Dresden
Folkhard Bremer (Dresden) stellt sein Buch "Es begann in Hoyerswerda" vor.

Das Antifaschistische Recherche-Team Dresden berichtet über seine Untersuchungen. Welche konkreten Wurzeln und Formen hat der Rassismus bei uns? Wer sind seine Akteure und Opfer? Und was können wir konkret und vor Ort tun gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit?
Mittwoch, 26. September 2001, 19 Uhr, Pulsnitzer Str. 10, 01099 Dresden
Die Leerstandskrise in den ostdeutschen Städten - Ansätze einer Krisenbewältigung
Vortrag und Diskussion mit Christine Ostrowski (wohnungspolitische Sprecherin der PDS-Fraktion im Deutschen Bundestag)

(gemeinsam mit Kommunalpolitischem Forum Sachsen)
Etwa 15% aller Wohnungen stehen inzwischen im Osten Deutschlands leer, verursachen einerseits Einnahmeverluste von ca. 2 Mrd. DM jährlich und andererseits betriebswirtschaftliche Belastungen durch Kredite und Nebenkosten in etwa gleicher Höhe. Und der Bevölkerungsschwund geht weiter. Nun hat die Bundesregierung für die kommenden drei Jahre ein Abrissprogramm in Höhe von 900 Mill. DM aufgelegt. Können damit die Probleme gelöst werden? Worauf müssen wir uns einstellen? Welche betriebswirtschaftlichen, wohnungspolitischen und städtebaulichen Ansätze einer Krisenbewältigung wären einigermaßen real?
Mittwoch, 19. September 2001, 19 Uhr, Pulsnitzer Straße 10, 01099 Dresden
Der utopische Sozialismus - ewiger Traum und Unwirklichkeit
Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Siegfried Wollgast (Dresden)

Die Sehnsucht nach Utopie ist eine Grundbefindlichkeit des Menschen. Aus dieser Sicht scheint eine Beschäftigung mit den Denkern des utopischen Sozialismus vergangener Jahrhunderte bedeutsam. Vernunft und Glauben lagen ihren Werken zugrunde. Sie waren ebenso Kinder ihrer Zeit, wie ihre vorauseilenden Kundschafter. Aus der Fülle von utopisch-sozialistischen Entwürfen mit Th. Morus "Utopia" (1576), mit Companellas "Sonnenstaat" (1602) über H. St. Simon, Ch. Fourier und E. Cabet wird der Referent einige ihrer Aspekte beispielhaft darlegen. Dabei werden aus der marxistischen Literatur Gedankengänge von K. Kautsky, F. Engels, G. Landauer und E. Bloch wertend genutzt.
Mittwoch, 5. September 2001, 19 Uhr, Pulsnitzer Straße 10, 01099 Dresden

August 2001

Podium aus Anlass des Weltfriedenstages zum Thema "Gerechter Friede"
Diskutanten: Geistlicher Rat Dr. Michael Ullrich (Bautzen), Militärdekan Horst Scheffler (Mainz). Moderator: Pfarrer Arno Schmidt (Dresden)

(gemeinsam mit Sächsische Friedensinitiative e. V. und Gemeinschaft für Menschenrechte Sachsen e. V.)
Im Mittelpunkt des Podiums wird das Wort der Deutschen Bisch~fe vom 27. September 2000 zum Thema "Gerechter Frieden" stehen. Angesichts neuerlicher Debatten um weitere Auslandseinsätze der Bundeswehr bleibt die Thematik höchst aktuell.
Freitag, 31. August 2001, 19.30 Uhr, Haus der Kirche/Dreikönigskirche, Hauptstr., 01257 Dresden

Juni 2001

In guter Verfassung?
Daniela Dahn (Publizistin/Berlin) liest aus veröffentlichten und unveröffentlichten Texten.

(gemeinsam mit BUNTschuh - Linke Studivereinigung Dresden e. V.)
Dahns Einmischungen begleiten die Veränderungen der mentalen und politischen Verfassung in unserer Gesellschaft. Kritisch stellen ihre Essays, Feuilletons und Reportagen immer auch die Diskrepanz von konstitutionellen Grundlagen und der Verfassungswirklichkeit in Deutschland dar. Sie provoziert durch Zustimmung oder Widerspruch zu ihren Aussagen die Auseinandersetzung der LeserInnen mit aktuellen politischen Themen und eröffnet dabei die Perspektive einer im Zeitgeist wenig stattfindenden Diskussion.
Mittwoch, 20. Juni 2001, 19 Uhr, TU Dresden, Von-Gerber-Bau, Raum 38 Bergstraße 53, 01069 Dresden
Aktuelle Aspekte der europäischen Sicherheitspolitik
Vortrag und Diskussion mit Dr. Heinz Loquai (Brigadegeneral a. D., Meckenheim)

(gemeinsam mit Dresdner Studiengemeinschaft Sicherheitspolitik e. V.)
Bis Juni 2000 Mitglied der Deutschen OSZE-Delegation in Wien und Sachverständiger für Rüstungskontrolle auf dem Balkan, geriet der Bundeswehrgeneral a. D. wegen öffentlicher Kritik am NATO-Krieg gegen Jugoslawien in Konflikt mit Verteidigungsminister Scharping und musste seine Tätigkeit beenden. Seine Erkenntnisse legte er nieder in dem Buch "Der Kosovo-Konflikt. Wege in einen vermeidbaren Krieg." Wie Kriege durch eine andere europäische Sicherheitspolitik mit den Möglichkeiten und Institutionen der OSZE vermieden werden könnten, wird Gegenstand der Debatte sein.
Dienstag, 19. Juni 2001, 15.30 Uhr, Kulturakademie, Bamberger Str. 7, 01187 Dresden
Linkes Denken im 20. Jahrhundert
Ketzer des Kommunismus
Dr. Mario Kessler (Berlin)

stellt sein gleichnahmiges, mit Theodor Bergmann soeben beim VSA-Verlag herausgegebenes Buch vor. In 23 Essays werden undogmatische, kritische Kommunisten und Sozialisten aus 13 Ländern vorgestellt, die seit den 20er Jahren aus der kommunistischen Weltbewegung verdrängt, als Renegaten beschimpft und ausgestoßen wurden. Bekannte Namen wie z. B. Thalheimer, Rosenberg, Lin Shaoqui, Deutscher, Weiss, Havemann haben als Reformkommunisten und Linkssozialisten eigenständige Beiträge zu Theorie und Politik der sozialistischen und kommunistischen Bewegung geliefert. Kessler versucht eine Gesamtwürdigung und kritische Einordnung.
Mittwoch, 13. Juni 2001, 19 Uhr, Pulsnitzer Straße 10, 01099 Dresden
Max Weber - "Politik als Beruf": Anspruch und Wirklichkeit
Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Wolfgang Küttler (Berlin)

Max Webers "Politik als Beruf" (1919) gilt zu Recht als klassischer Text einer Theorie des Politischen. In einer Zeit, in der heftige Kritik an der sogenannten politischen Klasse geübt und viel vom "Politikfrust" geredet wird, sind Webers Ausführungen trotz des Abstandes der Epochen unvermindert aktuell. Politik sollte alles andere als ein Geschäft und Mittel zur persönlichen Macht, sondern eine "Berufung" mit höchstem Anspruch an Fähigkeiten und Charakter sein. Es ist reizvoll, dieses Konzept eines bürgerlich-liberalen, stets politisch engagierten Gelehrten mit der damaligen und heutigen Realität zu vergleichen.
Mittwoch, 6. Juni 2001, 19 Uhr, Pulsnitzer Straße 10, 01099 Dresden

Mai 2001

Medien - eine vierte Gewalt? Medienentwicklung und Medienpolitik heute.
Podiumsdikussion mit Prof. Dr. Lothar Bisky (MdL, Medienwissenschaftler, Potsdam), Prof. Dr. Wolfgang Donsbach (Kommunikationswissenschaftler, TU Dresden) und Ulrich Wickel (Chefredakteur "Der Sonntag", Wochenzeitung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsen)

(gemeinsam mit der Gesellschaft zur Förderung des christlich-marxistischen Dialogs)
Sind Medien mit ihrer Informations-, Meinungsbildungs- und Kontrollfunktion neben Legislative, Exekutive und Judikative wirklich eine vierte Gewalt? Haben sie eine politische und kulturelle Funktion? Sollen sie eine solche überhaupt haben oder sind sie als Wirtschaftszweig wie jeder andere nur dem Shareholder Value verpflichtet? Soll und kann Politik Einfluss nehmen? Und wie kann das alles mit Art. 1 und 5 GG, Presse- und Meinungsfreiheit und der Wahrung der Menschenwürde vereinbart werden? Drei Experten diskutieren eine aktuelle Frage.
Donnerstag, 31. Mai 2001, 19 Uhr, TU Dresden, Von-Gerber-Bau, Raum 37, Bergstraße 53, 01069 Dresden
PDS-Programmdebatte
Mehr Demokratie wagen - aber wie?
Vortrag und Diskussion mit Dr. Florian Weiß (Bundesstiftung Rosa Luxemburg Berlin)

Woran krankt unsere Demokratie oder haben wir die beste aller heutigen Demokratien? Wie das Verhältnis von parlamentarischer, außerparlamentarischer und Basisdemokratie gestalten? Demokratie im Zeitalter der Globalisierung, Mediendemokratie, Zukunft der Demokratie, Sozialismus und Demokratie - Schlagworte für Probleme, die der Debatte bedürfen.
Mittwoch, 23. Mai 2001, 19 Uhr, Pulsnitzer Straße 10, 01099 Dresden
Auf der Kippe? Wirtschaftspolitische Alternativen für Ostdeutschland
Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Christa Luft (MdB)

Seit Mitte der neunziger Jahre wächst der ökonomische Abstand der ostdeutschen Länder zur übrigen Bundesrepublik wieder. Sozialökonomische Lage und Bevölkerungsstimmung stehen auf der Kippe, sagt Bundestagspräsident Thierse. Wo liegen die Ursachen dafür? Welche Chancen und Strategien sind erforderlich, um gleiche Lebensverhältnisse in Ost und West herzustellen? Professor Luft, Wirtschaftsministerin unter Modrow und wirtschaftspolitische Sprecherin der PDS-Bundestagsfraktion, versucht eine Antwort zu geben.
Donnerstag, 17. Mai 2001, 19 Uhr, Pulsnitzer Straße 10, 01099 Dresden
Die Europäische Union nach Nizza - Probleme und Perspektiven
Vortrag und Diskussion mit Dr. Sylvia-Yvonne Kaufmann (MdEP)

(gemeinsam mit BUNTschuh - Linke Studivereinigung Dresden e.V.)
War der Gipfel in Nizza aus linker Sicht ein Fortschritt, eine mühsam kaschierte Pleite oder ein Schritt in die falsche Richtung? Wohin steuert die EU nach diesem Gipfeltreffen und angesichts der auf der Tagesordnung stehenden Osterweiterung? Geht der Kurs auf ein Europa der Völker mit ausgeprägten demokratischen und sozialen Rechten oder dominieren die Kapitalinteressen mit nacktem Neoliberalismus? Von einer kompetenten Europapolitikerin der PDS werden Standpunkte zu diesen Problemen vertreten, die tief in die Zukunft der europäischen Völker eingreifen.
Donnerstag, 10. Mai 2001, 19 Uhr, TU Dresden, Von-Gerber-Bau, Raum 38, Bergstraße 53, 01069 Dresden

April 2001

Rechtsextremismus als Langzeitproblem
Podiumsdiskussion mit Bernd Wagner, Rechtsextremismusexperte, Zentrum Demokratie Berlin), einem Vertreter des Landeskriminalamtes Sachsen (angefragt) und Roman Kalex (Student der Soziologie, Dresden)

Die Tatsache, dass Rechtsextremismus keine singuläre, vor allem aber keine situative Erscheinung des geistigen und politischen Lebens der Gesellschaft darstellt, wurde bisher nicht genügend belichtet. Zumindest seit Beginn der achtziger Jahre existiert dieses gesellschaftliche Phänomen, und es wird die Gesellschaft auch in kommenden Jahren in dieser oder jener Form und Intensität beschäftigen.
Donnerstag, 26. April 2001, 19 Uhr, TU Dresden, Von-Gerber-Bau, Raum 39, Bergstraße 53, 01069 Dresden
Der Parteispendenuntersuchungsausschuss - Zwischenbilanz und Ausblick
Vortrag und Diskussion mit Dr. Evelyn Kenzler (MdB/PDS)

Als Vertreterin der PDS im Untersuchungsausschuss zum Parteispendenskandal kann Dr. Kenzler kompetent den Stand der Untersuchungen darstellen. Bedeutsam sind Aussagen zu den Konsequenzen, die zur Rolle der Parteien, zu ihren Finanzen und zu ihrer Moral gezogen werden müssen. Als Mitglied im Rechtsausschuss des Bundestages ist sie auch bereit, zu den Problemkreisen NPD-Verbot, Renten-Strafrecht und politische Strafverfolgung Fragen zu beantworten und Standpunkte zu vertreten.
Mittwoch, 25. April 2001, 19 Uhr, Pulsnitzer Straße 10, 01099 Dresden
Entscheidungen im Spannungsfeld von Naturprozessen und humaner Lebensgestaltung
(Kolloquium in der Reihe "Naturwissenschaftliches Weltbild und Gesellschaftstheorie"; gemeinsam mit Jahresringe Dresden e.V. und Leibniz-Sozietät e.V., Berlin)
Vorträge von Prof. Dr. Dr. h.c. Herbert Hörz (Berlin), Prof. Dr. Gerd Friedrich (Berlin), Prof. Dr. Gerhard Banse (Karlsruhe), Prof. Dr. Horst Kreschnak (Radebeul)
(Anmeldung bis zum 20. März 2001 erbeten)
Sonnabend, 21. April 2001, 10 - 17 Uhr, TU Dresden, Von-Gerber-Bau, Raum 39, Bergstraße 53, 01069 Dresden
Macht ohne Herrschaft?
Vortrag und Diskussion mit Thomas Wagner (Berlin), Träger des Förderpreises 1999 der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen

Eine Interpretation des Gründungsmythos einer herrschaftsfreien Gesellschaft, der irokesische "Deganawidah"-Erzählung, benutzt "Verzeihen" und "Versprechen" als Grundkategorien eines politischen Denkens, dem es um die Überwindung von Herrschaft zu tun ist. Hannah Arendt schrieb: "Die politische Philosophie der Neuzeit, deren größter Vertreter Hobbes geblieben ist, scheitert an dem unlösbaren Dilemma, dass der Rationalismus irreal und der Realismus irrational ist - was nichts anderes sagt, als dass Wirklichkeit und menschliche Vernunft nicht mehr zueinander finden."
Mittwoch, 18. April 2001, 19 Uhr, Pulsnitzer Straße 10, 01099 Dresden
Linkes Denken im 20. Jahrhundert:
Die Frankfurter Schule
Vortrag und Diskussion mit Dr. Klaus-Jürgen Grün, Universität Frankfurt am Main

(gemeinsam mit BUNTschuh - Linke Studivereinigung Dresden e.V.)
Der Vortrag wird anhand des epochalen Buches "Dialektik der Aufklärung" von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno den Gedanken des Widerstands entfalten, der einem neuartigen Verständnis von Aufklärung verpflichtet ist. Es ist der Gedanke einer reflexiv gewordenen Aufklärung: Sie entdeckt die Fähigkeit, ihre eigenen Prämissen auf sich selbst anzuwenden. Die Kritische Theorie der Frankfurter Schule erzeugt ein Bewusstsein vom Herrschaftsinteresse rationaler Strukturen überhaupt.
Mittwoch, 4. April 2001, 19 Uhr, TU Dresden, Von-Gerber-Bau, Bergstraße 53, 01069 Dresden

März 2001

Das Kulturelle - Potenz gegen den Neoliberalismus
Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Uwe Hirschfeld, Politikwissenschaftler, Evangelische Hochschule für Soziale Arbeit Dresden

Die neoliberale Auflösung des Fordismus verlangt auch von der Linken neue Überlegungen, wie die Gesellschaft demokratischer, freiheitlich, gerecht und sozial zu gestalten ist. Welche Bedeutung kommt dabei dem Kulturellen zu? Ist es Selbstzweck, Revolution oder Potenz einer fortschrittlichen Gesellschaftsreform? Der Vortrag führt in einen entsprechenden kulturtheoretischen Ansatz ein und diskutiert die Perspektiven des Postfordismus.
Mittwoch, 28. März 2001, 19 Uhr, Pulsnitzer Straße 10, 01099 Dresden
Linke Finanzpolitik
Vortrag und Diskussion mit Ronald Weckesser, (MdL/PDS), Haushaltpolitischer Sprecher der PDS-Landtagsfraktion Sachsen

Regierungsbeteiligung in Mecklenburg-Vorpommern und Tolerierung in Sachsen-Anhalt haben die PDS dort in schmerzhafte Situationen gebracht. Was ist linke Haushaltpolitik? Sparen wie die anderen, oder antizyklisches Verhalten um jeden Preis? Können sozialistische Ziele überhaupt im Rahmen einer kapitalistischen Wirtschafts- und Finanzordnung umgesetzt werden? Was erwarten die Wähler und was ist notwendig? Wieweit sind Sachzwänge ideologische Schutzbehauptungen, wieweit Realität? In Sachsen konnte sich die PDS den Fragen - noch - entziehen. Ihr alternativer Haushaltentwurf ist der Versuch einer Antwort auf die Herausforderung.
Mittwoch, 14. März 2001, 19 Uhr, Pulsnitzer Straße 10, 01099 Dresden
Ökologische Nachhaltigkeit und Sozialistische Programmatik
Vortrag und Diskussion mit Dr. Evelin Wittich, Geschäftsführerin der Rosa-Luxemburg-Stiftung (Berlin)

In der PDS-Programmdebatte werden auch Fragen der Ökologie und der Nachhaltigkeit kontrovers diskutiert: Was hat Sozialismus mit Ökologie zu tun? Realpolitik contra Ökologie oder unter welchen Bedingungen haben ökologische Konzepte eine Chance? Stört Ökologie bei der Schaffung von Arbeitsplätzen? Konsumverzicht oder Wachstum? Ist technologischer Fortschritt mit Ökologie vereinbar?
Mittwoch, 7. März 2001, 19 Uhr, Pulsnitzer Straße 10, 01099 Dresden

Februar 2001

Karl Jaspers. Philosophie und Politik
Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Hans-Martin Gerlach (Mainz, Halle)

Karl Jaspers zählt zweifelsfrei zu den bedeutendsten philosophischen Köpfen des 20. Jahrhunderts. Als Mitbegr~nder der deutschen Existenzphilosophie ging er prinzipiell davon aus, dass Philosophie "nie ohne Politik und politische Konsequenz" sei. Aus diesem Grund hat er sich auch zeitlebens vom existenzphilosophischen Standpunkt aus mit dem widersprüchlichen Prozess nationaler und internationaler Politik auseinandergesetzt, was ihm hohe Anerkennung und schärfste Kritik sowohl im Lager seiner Anhänger als auch seiner Gegner einbrachte.
Mittwoch, 28. Februar 2001, 19 Uhr, Pulsnitzer Str. 10, 01099 Dresden
Neuntes Dresdner Friedenssymposium:
Chancen und Hindernisse auf dem Weg zu einem friedlichen Europa

(gemeinsam mit Sächsische Friedensinitiative Dresden, DGB Dresden u. a.)
Tagungsgebühr: 20 DM, ermäßigt 10 DM
Samstag, 10. Februar 2001, 10-18 Uhr, Dresdner Volkshaus, Schützenplatz 14, 01067 Dresden
Die KPD unter Thälmann
Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Klaus Kinner (Leipzig)

In der Auseinandersetzung mit der Geschichte der KPD nimmt die Zeit zwischen Weitwirtschaftskrise und faschistischer Machtergreifung einen besonderen Platz ein. Erfolgreiche Wahl- und Straßenkämpfe prägten die Politik der KPD ebenso wie innere Konflikte, politische Fehleinschätzungen und Misserfolge. Die SED rühmte das "stabile, revolutionäre Thälmann’sche ZK" und wob um den kommunistischen Arbeiterführer eine regelrechte Thälmann-Legende, in deren unmittelbarer Nachfolge sich die Parteiführer der SED wähnten. Prof. Kinner versucht eine Neubewertung dieses Geschichtsabschnittes jenseits von Mystifizierung einerseits und Verurteilung andererseits.
Mittwoch, 7. Februar 2001, 19 Uhr, Pulsnitzer Str. 10, 01099 Dresden
Politiker im Gespräch:
Heidemarie Lüth (MdB/PDS)

In einer lockeren Gespächsrunde wird sich die PDS-Bundestagsabgeordnete vorstellen. Im Mittelpunkt des Gesprächs wird dabei ihre Tätigkeit als Vorsitzende des Petitionsausschusses des Deutschen Bundestages stehen, ist sie doch die bisher einzige Ausschussvorsitzende, die die PDS stellt. Von Interesse werden sicher auch Bewertungen des Petitionsrechts selbst ebenso sein wie zur Situation in der Fraktion nach dem Wechsel des Fraktionsvorsitzenden. Fragen sind erwünscht. (gemeinsam mit PDS-Basis Äußere Neustadt)
Donnerstag, 1. Februar 2001, 18 Uhr, Pulsnitzer Str. 10, 01099 Dresden

Januar 2001

Ressource Allgemeinbildung? - Neue Aktualität eines alten Themas
Vortag und Diskussion mit Prof. Dr. Gerhart Neuner (Leibniz-Sozietät Berlin)

Schul- und Bildungswesen der BRD sind arg reformbedürftig. Das Bemerkenswerte an der aktuellen Diskussion ist die Wiederentdeckung von Momenten des DDR- Schul- und Bildungswesens, die in der überhitzten Atmosphäre der Vereinigung ohne sorgfältige Prüfung verworfen wurden, unter anderem die solide Allgemeinbildung, die polytechnisch orientierte Schule, Leistungsorientierung der Schule und zugleich Förderung aller Kinder, Abitur nach zwölf Jahren. Prof. Dr. Neuner wird als Kenner der gegenwärtigen Debatte über den aktuellen Stand informieren und eigene Vorschläge zur Sprache bringen.
Mittwoch, 31. Januar 2001, 19 Uhr, Pulsnitzer Str. 10, 01099 Dresden
Sozialer Wandel und Wertewandel - Sind Werte noch wertvoll?
Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Elenor Volprich (Dresden)

Vor dem Hintergrund interessanter Untersuchungen von Jugendlichen vor allem in Ostdeutschland werden Probleme der Werthaftigkeit von Wertorientierungen als Orientierung des Handelns, des Wandels von Werten, der Verunsicherung der Beziehungen zwischen den Generationen infolge gravierender Veränderungen sozialer Prozesse erläutert. Fragen nach der Möglichkeit und Unmöglichkeit von Werteerziehung werden ebenso diskutiert wie die nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden der Wertausprägung in Ost und West.
Mittwoch, 24. Januar 2001, 19 Uhr, Pulsnitzer Str. 10, 01099 Dresden
Rosa.
Lesung des Stückes von und mit Florian Havemann
Moderation und Gesprächspartner: Jochen Kretschmar, Staatsschauspiel Dresden.

Rosa Luxemburg (1871 - 1919) hat bis heute nichts von ihrer faszinierenden Anziehungskraft als Revolutionärin, kommunistische Theoretikerin und nicht zuletzt als poesievolle, liebende Frau verloren. Durch Höhen und Tiefen lebt sie ihrem Motto: "Im Lebensrausch, trotz alledem..." Florian Havemann, Sohn des DDR-Dissidenten Robert Havemann, hat sich in seinem Stück der Persönlichkeit von Rosa auf eine heutige und subjektive Weise genähert.
(gemeinsam mit dem Kulturverein "Kleine Freiheit")
Montag, 22. Januar 2001, 19 Uhr, Haus der Begegnung, Großenhainer Str. 93
Energiewende - Weg aus der Ökokrise?
Vortrag und Diskussion mit Dr. Monika Runge (MdL, Vorsitzende der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen)

Energie, Lebenssaft der Wirtschaft wird immer knapper und teurer, Autowahn und Bahndesaster bewirken das ihrige, die Situation weiter zu verschärfen. Schaffen wir die Energiewende mit Atomkraftausstieg und Benzinsteuer oder sind das nur neue Beruhigungspillen? Monika Runge, energiepolitische Sprecherin der PDS- Landtagsfraktion gibt einen Problemausriss und stellt das PDS-Konzept einer Energiewende vor.
Mittwoch, 17. Januar 2001, 19 Uhr, Pulsnitzer Str. 10, 01099 Dresden
Linkes Denken im 20. Jahrhundert:
Karl Kautsky
Vortrag und Diskussion mit Dr. Hans- Jürgen Mende (Berlin)

Mit der Entwicklung der deutschen Sozialdemokratie zur Massenpartei entwickelte sich Karl Kautsky an der Seite August Bebels und Wilhelm Liebknechts zum führenden Theoretiker der damaligen sozialistischen Bewegung. Er stieg zum geistigen Führer der II. Internationale auf, deren Zusammenbruch er erleben und zum Teil auch wohl mitverantworten musste. Er geriet in Auseinandersetzung mit Lenin und Rosa Luxemburg, die ihn als Zentristen und Revisionisten angriffen. Hans-Jürgen Mende geht den Ursachen nach, warum man heute in Bezug auf Karl Kautsky beinahe von einem vergessenen Theoretiker des Sozialismus sprechen muss. Was bleibt bewahrenswert?
Mittwoch, 10. Januar 2001, 19 Uhr, Pulsnitzer Str. 10, 01099 Dresden

2000





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