Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen e. V.

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Vergangene Veranstaltungen 2002

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Dezember 2002

Benes-Dekrete und EU-Osterweiterung
Mit dem Osteuropaexperten Prof. Dr. Karlheinz Gräfe (Dresden)

Der Referent stellt die Benes-Dekrete, einst Antwort der tschechoslowakischen Nachkriegsregierung auf das Münchner Abkommen und den von alliierten Siegermächten abgesegnet, in ihrem historischen Kontext und vergleicht sie mit ähnlichen Dekreten anderer ost- und südost-europäischer Staaten. Die Bewertung diese Erlässe wird kontrovers diskutiert und mit der Geschichte wird immer wieder versucht, tagespolitisch Punkte zu machen.
Einerseits wird den Auslandsdeutschen undifferenziert eine Kollektivschuld unterstellt und gleichzeitig flammt immer wieder die revanchistische Polemik auf. Eine Stellungnahme zu diesen Ereignissen wird somit bei Unkenntnis der Geschichte erschwert.
Inwieweit sind sie heute Hemmnis für die Osterweiterung der EU? Welche Interessen, Ängste und Hoffnungen verbinden sich mit ihrer Diskussion in dem aktuellen Verhandlungen um den EU-Beitritt der osteuropäischen Transformationsländer?

Mittwoch, 11. Dezember 2002, 19 Uhr
Pulsnitzer Straße 10, 01099 Dresden
Leben und Arbeiten im 21. Jahrhundert:
Die Zukunft der Arbeit aus demographischer Perspektive
Mit Prof. Dr. Parviz Khalatbari (Berlin)

(gemeinsam mit Arbeit und Leben e. V. und DGB-Bildungswerk Sachsen)
Khalatbari, international renommierter Bevölkerungswissenschaftler, untersucht die Wirkung der globalen Bevölkerungsentwicklung auf die Arbeitsgesellschaft: Bevölkerungswachstum, rapide Verjüngung und wachsende Arbeitslosigkeit in den armen Ländern, explodierende Urbanisierung, Bevölkerungsstagnation und Alterungsprozesse in den hoch entwickelten Ländern.
Worauf müssen wir uns im 21. Jahrhundert einstellen? Was bedeutet diese Entwicklung für Leben und Arbeiten und wo liegt der Handlungsbedarf auf diesem Globus?

Mittwoch, 4. Dezember 2002, 18 Uhr
Haus an der Kreuzkirche, An der Kreuzkirche 6, 01067 Dresden
Zukunftsworkshop:
Nach uns die Sinnflut?
Mit MdB Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker (Stuttgart) und MdL Katja Kipping (Dresden)

(gemeinsam mit Arbeitskreis "Jugend und Zukunft" der PDS-Landtagsfraktion)
Diskussion zu Ursachen von globaler Erwärmung, Wetterextremen und der Notwendigkeit nachhaltigen Wirtschaftens. Jahrelang war das Thema Umwelt im Sinkflug. Gleichzeitig hat sich der Zustand der Umwelt laufend verschlechtert. Aber die Umweltprobleme sind alles andere als gelöst. Aktuelle Katastrophen wie die Jahrtausendflut erwecken neues Interesse am Ökologiethema.
Ernst Ulrich von Weizsäcker, Präsident des Wuppertaler Instituts für Klima, Energie, Umwelt. Koautor des Buches "Faktor Vier" und seit 1998 Bundestagsabgeordneter, wird sich vor allem folgenden Fragen widmen: Was sind die Uraschen von Wetterextremen? Wie ist doppelter Wohlstand durch halbierten Verbrauch zu erreichen? Was bedeutet der Anspruch auf Nachhaltigkeit konkret für die Politik?
Katja Kipping wird sich der Frage stellen, wie ökologische Ziele in parlamentarisches Agieren übersetzt werden können.

Mittwoch, 4. Dezember 2002, 19 Uhr
Kulturzentrum Scheune, Alaunstraße 36/40, 01099 Dresden

November 2002

PDS, wohin?
Mit MdL Dr. Cornelia Ernst, PDS-Vorsitzende Sachsen und Dr. Joachim Amm (Politikwissenschaftler an der TU Dresden)

Wahldebakel, Geraer Parteitag, Überalterung, Machtkampf, Perspektivlosigkeit - so lauten die Schlagzeilen mit der die PDS spätestens nach dem 22. September 2002 in Verbindung gebracht wird.
Mitglieder, Wähler und Sympathisanten wollen sich ein authentisches Bild von der Partei machen. Cornelia Ernst stellt sich diesen Fragen und diskutiert mit dem Politikwissenschaftler Dr. Amm über das Profil und die Perspektiven der PDS.

Mittwoch, 13. November 2002, 19 Uhr
Pulsnitzer Straße 10, 01099 Dresden
Marx in Soho - Dramolett für eine Stimme
Mit Jochen Kretzschmer (Staatsschauspiel Dresden)
(gemeinsam mit dem Kulturverein "Kleine Freiheit")

Jochen Kretzschmer liest das gleichnamige Stück des US-Amerikaners Howard Zinn Marx ist nicht tot. Da kommt er herein, stellt eine Flasche Bier vor sich hin und staunt: "Ein paar Leute sind ja doch gekommen?". Wir befinden uns mitten in New York unserer Tage und Karl Marx beginnt zu erzählen, über Soho, seine Familie, den Sozialismus, Gott und die Welt...
Zum anschließenden Gedankenaustausch sind alle Besucher aufgefordert, PDS-Politiker, Wahlgewinner, Marx-Jünger, Antikommunisten.

Mittwoch, 6. November 2002, 19 Uhr
Pulsnitzer Straße 10, 01099 Dresden

Oktober 2002

Krieg als Mittel der Politik: Vom Balkan nach Afghanistan
Mit General a.D. Dr. Heinz Loquai (Meckenheim)

(gemeinsam mit Sächsische Friedeninitiative Dresden e.V., Dresdner Studiengemeinschaft Sicherheitspolitik e.V., Gemeinschaft für Menschenrechte im Freistaat Sachsen e.V.)
Der Ruf "Nie wieder Krieg" ist in der deutschen Politik verhallt. Die Bundesregierung gefällt sich in ihrer wiedergefundenen Normalität, weltweit deutsche Soldaten einzusetzen. Im wiedervereinten Deutschland hat "die Machtwährung des Militärischen einen gewaltigen Wertzuwachs erfahren", stellte Josef Joffe in der "Zeit" am 7.02.02 zufrieden fest.
Der Referent Heinz Dr. Heinz Loquai, Brigadegeneral a. D., analysiert und diskutiert den Weg zur deutschen Beteiligung am Luftkrieg gegen Jugoslawien 1999, in den weltweiten Krieg gegen den Terrorismus und die sich daraus ergebenden Konsequenzen.

Mittwoch, 30. Oktober 2002, 19 Uhr
TU Dresden, von-Gerber-Bau Raum 039, Bergstrasse 53, 01069 Dresden
Semestereröffnungsveranstaltung:
Links-Basar an der TU Dresden

(zu Links zu alternativem Denken, Links zu Knete und Stipendien, Links zu alternativen Netzwerken, Links zur Rosa-Luxemburg-Stiftung)
Mit Beginn des neuen Semesters, soll wieder die Möglichkeit geboten werden, VertreterInnen verschiedener Gruppen und das alternative Profil in Dresden kennenzulernen.
Die Rosa-Luxemburg-Stiftung und ihre Stipendien: Vorstellung durch MdL Dr. Monika Runge/ Rosa-Luxemburg-Stiftung-Sachsen, Dr. Sigrid Pfeiffer/ Studienwerk der Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin

Mittwoch, 23. Oktober 2002, 17 Uhr
TU Dresden, Hörsaalzentrum Bergstrasse, Raum HSZ 301
Streitthema PISA-Studie: Welchen Stand hat der Zukunftsfaktor Bildung in Deutschland - was sagt der europäische Vergleich?
Wird die Chance einer Bildungsoffensive durch parteipolitische Profilierungsversuche vertan? Die Fragen nach der Aussagekraft der Studie und warum deren Aussagen so unterschiedlich interpretiert werden stehen im Mittelpunkt dieser Veranstaltung. In der Diskussion mit VertreterInnen von Gewerkschaften, Parteien und Institutionen sollen weiterführend die Ergebnisse der PISA-Studie für den Bildungsstandort Deutschland und die daraus resultierenden Forderungen problematisiert werden.
Mittwoch, 9. Oktober 2002, 19 Uhr
TU Dresden, Weberplatz 5 (Fakultät Erziehungswissenschaften), Raum 243
Lebensverhältnisse in Ost- und Westdeutschland: Kommt die Angleichung voran?
Mit Prof. Dr. Berthold Kühn, AG Wirtschaftspolitik (Dresden)

Welchen Stand hat die Angleichung der Lebensverhältnisse in Ost und West erreicht? Warum erfolgt die gesellschaftliche Reproduktion der Volkswirtschaft in Ostdeutschland nur zu etwa 60% aus eigener Kraft? Wieso weißt die Statistik die volkswirtschaftliche Produktivität im Osten nur mit 66 % der alten Bundesländer aus?
Welche demografische Entwicklung ist zu erwarten? Wie sieht die Investitionspolitik in Ost und West aus? Aus der Analyse dieser Fragen entwickelt Professor Kühn wirtschaftspolitische Forderungen für eine Wende zur Beschleunigung den Angleichungsprozesses, in deren Zentrum die Anhebung der Einkommen aus unselbständiger Arbeit auf das Westniveau und Erhaltung des Bevölkerungsstandortes im Osten sowie die Konzentration der Investitionen auf eine konkurrenzfähige Industrie stehen.
Mittwoch, 2. Oktober 2002, 19 Uhr
Pulsnitzer Straße 10, 01099 Dresden

September 2002

Veranstaltung zu den Interkulturellen Tagen 2002
Nach den Taleban - Afghanistan zwischen internationalen Machtinteressen und demokratischer Erneuerung
Mit Dr. Dr. Michael Pohly (Freie Universität Berlin)

(gemeinsam mit Ausländerrat Dresden e.V.)
In seinem Vortrag analysiert der Referent die religiösen, psychologischen und geopolitischen Hintergründe des islamistischen Terrorismus sowie die zentrale Rolle der internationalen Terrorismus- und Friedensforschung beim Kampf gegen eine drohende Eskalation. Dabei soll die politische Zukunft Afghanistans unter Betrachtung der Geschichte von mehr als 20 Jahren Krieg und den Folgen der Taleban-Herrschaft für den jetzigen Neubeginn diskutiert werden.
Pohly sieht die Verantwortung von bin Ladens Terrornetzwerk Al-Quaida hinsichtlich der Terroranschläge als erwiesen an. Legt aber auch dar, dass die Organisation lange auch von heutigen Koalitionspartnern der USA aufgerüstet wurde, z.B. durch Funktionäre in Ägypten, Tunesien, Algerien, Syrien, Jemen, Palästina, Jordanien und Irak. Allerdings ist die Verantwortung eines Landes besonders hervorzuheben: Der Versuch Pakistans, sich Afghanistan unterzuordnen.
Der Referent: Dr. Dr. Michael Pohly, Jahrgang 1956, arbeitet als Dozent am Institut für Iranistik der Freien Universität Berlin. Sein Buch "Krieg und Frieden in Afghanistan. Ursachen, Verlauf und Folgen seit 1978" weist ihn als anerkannten Afghanistan-Experten aus.

Mittwoch, 25. September 2002, 19 Uhr
Pulsnitzer Straße 10, 01099 Dresden
Leben und Arbeiten im 21. Jahrhundert:
THE SPIRIT OF WORK - Der Geist der Arbeit im 21. Jahrhundert
Mit Martin Kehl und Hendrik Mayer, Künstlergruppe Reinigungsgesellschaft (Dresden)

(gemeinsam mit Arbeit und Leben e.V. und DGB-Bildungswerk Sachsen)
Die Künstler der "Reinigungsgesellschaft" (Absolventen der Hochschule für Bildende Künste Dresden) untersuchen als künstlerische Projektgruppe die Themenkreise flexible Arbeitsmärkte und künstlerische Arbeitsstrategien. Die Künstler realisieren im Augenblick die Langzeitprojekte THE SPIRIT OF WORK (eine europaweite Ausstellungsreihe in Arbeitsämtern) und FORUM UNTERNEHMENSKULTUR, in deren Mittelpunkt die Erfassung der Rolle künstlerischer Kompetenzen und die Kooperationsformen von bildenden Künstlern und Großunternehmen im Wandel der Arbeitsgesellschaft stehen.
Mittwoch, 18. September 2002, 18 Uhr
Haus an der Kreuzkirche, An der Kreuzkirche 6, 01067 Dresden
Leben und Arbeiten im 21. Jahrhundert:
Emanzipation der Arbeit - offene Frage oder alter Hut?
Mit Prof. Dr. Frank Deppe (Universität Marburg)

(gemeinsam mit Arbeit und Leben e.V. und DGB-Bildungswerk Sachsen)
In Auseinandersetzungen mit der These von der Krise der Arbeitsgesellschaft fragt Prof. Deppe nach der Bedeutung der Arbeit für gesellschaftliche Grundverhältnisse. Können die Befreiung der Arbeit und von der Arbeit Perspektiven individueller und gesellschaftlicher Emanzipation eröffnen? Wie ordnen sich hier die Entwicklungen jenseits der Erwerbsarbeit und die Forderungen nach einer Humanisierung der Arbeit ein? Deppes Ausgangspunkt ist der Marxismus als Philosophie und Bewegung für die "Befreiung" der Arbeit.
Donnerstag, 12. September 2002, 18 Uhr
Haus an der Kreuzkirche, An der Kreuzkirche 6, 01067 Dresden
Wir verlieren unsere Zukunft: Auswirkungen der Bevölkerungsentwicklung auf gesellschaftliche Teilbereiche
Mit MdL Ingrid Mattern (Dresden)

Ausbildungsnot und das Fehlen beruflicher Entwicklungschancen sind für die Jugend Ostdeutschlands bedrückende Realität. Der Verlust seiner zukunftsgestaltenden Generation wirkt sich gravierend auf den Osten Deutschlands aus. Die Verdeutlichung dieses Problems und Ansätze, dieser fundamentalen Fehlentwicklung entgegenzuwirken stehen im Vordergrund der Diskussion.
Mittwoch, 4. September 2002, 19 Uhr
Pulsnitzer Straße 10, 01099 Dresden

August 2002

Diskussion anlässlich des Weltfriedenstages:
Was soll die Bundeswehr am Horn von Afrika?
Mit Prof. Dr. Ernst Woit (Dresden)

(gemeinsam mit Sächsische Friedeninitiative Dresden e.V., Dresdner Studiengemeinschaft Sicherheitspolitik e.V., Gemeinschaft für Menschenrechte im Freistaat Sachsen e.V.)
Welchen Funktionen dient die deutsche Armee, laut Verfassung eine Territorialverteidigungsstreitmacht, an ihren globalen Einsatzgebieten? Im Fordergrund der Veranstaltung steht die Diskussion um die sich immer weiter ausdehnen Einsatzgebiete der Bundeswehr. Diskutiert werden am Beispiel der Marinekräfte am Horn von Afrika, wie wenig die Politik die veränderte Militärdoktrin öffentlich hinterfragt.
Freitag, 30. August 2002, 19.30 Uhr
Dreikönigskirche - Haus der Kirche, Hauptstrasse 23, 01097 Dresden

Juni 2002

Zur Bunten Republik Neutstadt:
Filmklassiker: Widerstand, Aufstand, Revolution

Freitag 14.6., Samstag 15.6., Sonntag 16.6.2002, jeweils ab 19 bzw. 21 Uhr, Martin-Luther-Platz 7, 01099 Dresden
Benötigt die heutige "Massengesellschaft" überhaupt noch eine Elite?
Mit Prof. Dr. Helmut Steiner (Berlin)

Dispute über gesellschaftliche Prozesse scheinen die Begriffe "Masse" und "Elite" auszusparen. Werden sie verwendet, dann oft in kritisch-abwertender Art und Weise. Den Gründen für die mehr oder weniger Ignoranz dieser sozialen Beziehung ist nachzugehen. Besonders interessant ist die Frage, ob das heutige Demokratieverständnis das Verhältnis von Masse und Elite überhaupt noch reflektiert. Bedarf es zum Verständnis moderner Gesellschaft dieser Reflexion? Wenn ja, wie ist es zu bestimmen, wie sind Beziehungen zwischen Masse und Elite zu charakterisieren, welche gesellschaftlichen Inhalte drücken diese beiden Fragen auf?
Mittwoch, 12. Juni 2002, 19 Uhr, Pulsnitzer Straße 10, 01099 Dresden
Rosa-Luxemburg-Stiftung on tour
Brückenland Sachsen - Chancen und Defizite der EU-Osterweiterung

Hoffnungen und Ängste verbinden sich bei vielen sächsischen Bürgern, aber auch bei ihren tschechischen und polnischen Nachbarn mit der EU-Osterweiterung. Wie geht linke Politik damit um?
Die Osterweiterung selbst ist alternativlos. Nicht aber ihre Gestaltung. Diese muss als ziviles Projekt der Bürger für eine friedliche und kulturvolle Mitte Europas entwickelt werden. Chancen und Defizite der Demokratisierung, soziale und ökonomische Folgen, Friedenssicherung und öffentliche wie persönliche Sicherheit sind als grenzüberschreitende Aufgaben der EU-Osterweiterung zu bedenken. Die internationale Konferenz kann nicht nur fertige Ergebnisse präsentieren sondern will Bestandteil des Diskurses über diesen Prozess sein.

Mittwoch, 7./8. Juni 2002 in Bautzen
Aktualität der Rassismus-Debatte
Mit Prof. Dr. Hajo Funke (Freie Universität Berlin)

Mit Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit sind (nicht nur) in der Bundesrepublik rassistische Einstellungen zu beobachten und darin begründete Verhaltensweisen in Teilen der Bevölkerung zu beobachten, die die verstärkte Auseinandersetzung der demokratischen Öffentlichkeit mit diesen antihumanistischen Ideen notwendig macht. Vortrag und Diskussion werden sich daher mit Rassismus und seinen Erscheinungsweisen nicht nur im Zusammenhang mit dem Rechtsextremismus, sondern auch als einem relativ selbständigen und vielschichtigen Phänomen der geistigen und politischen Realität in Deutschland beschäftigen.
Mittwoch, 5. Juni 2002, 19 Uhr, Pulsnitzer Straße 10, 01099 Dresden

Mai 2002

Geschichte der KPD (O)
Buchpräsentation mit Prof. Dr. Theo Bergmann (Stuttgart) aus Anlass der erweiterten Neuauflage der gleichnamigen Publikation

Die KPD(O) steht für eine alternative Entwicklungsmöglichkeit der deutschen kommunistischen Bewegung in der Zwischenkriegszeit. Sie gehörte zu den klarsten und wichtigsten Alternativen zum Stalinismus in der kommunistischen Weltbewegung; diese war keineswegs monolithisch, sondern polyzentrisch. Die Weitsicht der KPD(O), der opferbereite Einsatz ihrer Mitglieder im Kampf gegen Faschismus und Krieg vor 1933 und im Widerstand nach 1933, die Verfolgung ihrer Anhänger in Hitlerdeutschland sind es wert, künftigen Generationen der Linken erhalten und überliefert zu werden. Die Neuauflage dieses Buches, erstmals 1987 erschienen, konnte dank der Öffnung vieler Archive in Osteuropa wesentlich erweitert werden. So können nun der frühe Kampf gegen die Moskauer Bevormundung (1922) und der Beitrag von KPD(O)- Mitgliedern in der DDR und deren Ausgrenzung und Verfolgung nach 1950 nachgezeichnet werden.
Mittwoch, 29. Mai 2002, 19 Uhr, Pulsnitzer Straße 10, 01099 Dresden
Positionen zur Sicherheitspolitik nach dem 11. September 2001
Mit Rainer Rupp

(gemeinsam mit GRH e.V. und ISOR e.V. Dresden)
Als ehemaliger DDR-Aufklärer und ausgewiesener Kenner der NATO-Strategie kann Reiner Rupp Zusammenhänge und Hintergründe der derzeitigen NATO-Politik als Teil der von der USA zusammengebrachten Anti-Terror-Allianz abseits der vordergründigen offiziellen Argumentation hinterfragen.
Freitag, 24. Mai 2002, 15 Uhr, Robotron-Gaststätte, Zinzendorfstraße 3, 01069 Dresden
Internationale Gerichtshöfe im Blick des Völkerrechts
Mit Prof. Dr. Gregor Schirmer (Berlin)

Die Einrichtung und das Wirken internationaler Gerichtshöfe ist ein schwieriger Prozess. Einerseits haben sie das Ziel, Verbrechen gegen die Menschlichkeit in universeller Weise zu ahnden, andererseits liegt der Verdacht vor, dass sie im Interesse einseitiger Machtsdurchsetzung missbraucht zu werden. Gerade die Weigerung der USA, der Einrichtung eines internationalen Strafgerichtshofes zuzustimmen, erhärtet diesen Verdacht.
Prof. Dr. Schirmer stellt sich als Völkerrechtler und Mitarbeiter der PDS- Bundestagsfraktion diesem Problem und den Fragen, nach der Rechtsgrundlage internationaler Gerichtshöfe und der Positionierung der Linken zu dieser Entwicklung des Völkerrechts.

Mittwoch, 22. Mai 2002, 19 Uhr, Pulsnitzer Straße 10, 01099 Dresden
Alternativen für die Weltwirtschaft - Porto Alegre und Monterrey
Mit Prof. Dr. Jörg Huffschmid (Universität Bremen)

Dem internationalen "Finanzsystem drohen große Risiken" - so die aktuelle Einschätzung des IWF im jüngsten "Bericht zur Stabilität des globalen Finanzsystems". Welche Risiken verkraftet die Weltwirtschaft eigentlich noch - nach den Einbrüchen der Achtziger, nach Asien und Argentinien? Was bringen die "Alternativen von der Straße" und die Konferenzen von Porto Alegre und Monterrey in Mexiko?
Der Referent ist einer der prominentesten Mitherausgebers des Memorandums der AG Alternative Wirtschaftspolitik, steht der attac-Deutschland zur Seite und ist Initiator der Gruppe "Europäische WirtschaftswissenschaftlerInnen für eine alternative Wirtschaftspolitik in Europa".

Donnerstag, 16. Mai 2002, 19 Uhr, TU Dresden, von Gerber-Bau, Raum 037, Bergstr. 53, 01069 Dresden
Problemfall Bioethik
Mit Prof. Dr. Ernst Luther (Halle)

Die hochbrisanten und aktuellen Fragen, welche die Forschungen in der Biomedizin vor allem auch bezüglich der ethischen Folgerungen thematisieren, wird der Referent ausgehend von seinen reichen Erfahrungen und Erkenntnissen aus der Arbeit der Bundestags-Enquetekommission "Recht und Ethik in Medizin" sowie seiner wissenschaftlichen Tätigkeit auf dem Gebiet der Ethik problematisieren.
Mittwoch, 8. Mai 2002, 19 Uhr, Pulsnitzer Straße 10, 01099 Dresden

April 2002

Linkes Denken im 20. Jahrhundert:
Walter Benjamin
Mit Prof. Dr. Heinz Brüggemann (Universität Hannover)

Prof. Brüggemann, Literaturtheoretiker und -historiker, versucht einen biografischen und Werküberblick über Walter Benjamin (1892-1940, Selbstmord auf der Flucht vor der Gestapo) einem der bedeutendsten deutschen Kultursoziologen, zu geben. Die für Benjamins Geschichtsauffassung entscheidende Kategorie des Eingedenkens wird auf die aktuelle Diskussion über das deutsche Verhältnis zur Vergangenheit und zur sogenannten "Normalität" bezogen. Brüggemann bezieht sich dabei auf das Benjamin-Kapitel seines gerade erschienenen Buches "Architektur des Augenblicks. Raum-Bilder und Bild-Räume in Literatur, Kunst und Architektur des 20.Jahrhundert".
Mittwoch, 24. April 2002, 19 Uhr, Pulsnitzer Straße 10, 01099 Dresden
Kolloquium: Zeit und Zyklizität in der Natur und Gesellschaft
(gemeinsam mit Jahresringe e. V. - Interessengemeinschaft Wissenschaft und Kultur sowie mit der Leibnitz-Sozietät e. V.)
Die heutigen naturwissenschaftlichen und technischen Möglichkeiten stellen die Menschen vor neuartige ethische und entscheidungstheoretische Probleme, zu denen vor allem das von Übereinstimmung und Diskrepanz zwischen Nutzung wissenschaftlicher Erkenntnisse und dem humanistischen Anliegen der freien Entfaltung des Menschen und der Sicherung einer menschlichen Zukunft gehört. Die Kolloquiumsreihe "Naturwissenschaftliches Weltbild und Gesellschaftstheorie" soll Philosophen und Wissenschaftstheoretikern, Naturwissenschaftlern und Technikern sowie Gesellschaftswissenschaftlern die Gelegenheit geben, sich über die aus dem heutigen naturwissenschaftlichen Weltbild resultieren Neuerungen für die moderne Gesellschaftstheorie zu verständigen.
Samstag, 20. April 2002, 10-17 Uhr, TU Dresden, von Gerber-Bau, Raum 039, Bergstr. 53, 01069 Dresden
Ökotopia - reine Vision oder Notwendigkeit?
Mit MdL Katja Kipping (Dresden)

Oft leidet die Umweltbewegung an einem Marketingproblem. Strickpullis und Jesuslatschen sowie Körnernahrung sind gängige Assoziationen. Das dies nicht so sein muss, beweist u. a. Ernest Callenbach in seinem Roman "Ökotopia". Ihm gelang es nicht nur, die Vision einer ökologischen Gesellschaft lebendig werden zu lassen, sondern auch aufzuzeigen, dass Fragen des Umweltschutzes nicht loszulösen sind von gesamt-gesellschaftlichen Fragen, wie beispielsweise Regionalisierung und die Verkürzung der Arbeitszeit. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser Veranstaltung erwarten keine detaillierten und belehrenden Anweisungen zu ökologisch erwünschtem Verhalten. Vielmehr wird es Katja Kipping in ihrem Referat um einen Exkurs von der Geschichte des ökologischen Bewusstseins über die literarische Vision einer ökologischen Gesellschaft bis hin zur wissenschaftlich fundierten Wuppertalstudie zur Nachhaltigkeit gehen.
Mittwoch, 10. April 2002, 19 Uhr, Pulsnitzer Straße 10, 01099 Dresden
Neues von Marx
Die internationale Marx-Engels-Gesamtausgabe (MEGA) heute

Mit Prof. Dr. Rolf Hecker (Berlin)

Mit dem Zusammenbruch des Staatssozialismus fielen auch die Dogmen des ML in sich zusammen und die Arbeit an der Herausgabe der "Klassiker" wurde diskreditiert. Ein internationales akademisches Netzwerk trug zur Rettung der seit 1975 herausgegebenen MEGA bei. Ihre Fortsetzung unter neuen Bedingungen und mit neuen Bearbeitungsrichtlinien stimulierte die Neuformierung einer internationalen Marx-Engels-Forschung. Professor Hecker, Mitherausgeber der "Marx-Engels-Forschung. Neue Folge" und Vorsitzender des Berliner Vereins zur Förderung der MEGA-Edition, berichtet über diese Arbeit und beantwortet die Frage, was es Neues von Marx und Engels gibt.
Mittwoch, 3. April 2002, 19 Uhr, Pulsnitzer Straße 10, 01099 Dresden

März 2002

Ergebnisse und Defizite der Faschismusforschung in der DDR
Mit Prof. Dr. Weißbecker (Jena)

Die Faschismusforschung gehört zum brisantesten und umstrittensten Terrain der Geschichtsschreibung. An ihren Fragestellungen, Themenschwerpunkten und Ergebnissen lässt sich deutlich ablesen, wie es um die Beziehung zwischen Wissenschaft und politischer Macht bestellt ist. Ihre Resultate können dem gesellschaftlichen Fortschritt dienen und dazu beitragen, die Barbarei zu bannen. Sie können aber auch apologetischen Zielen unterworfen sein und sich in das breite Spektrum der Legitimationswissenschaften einreihen. Diesen Konflikt gab es mit unterschiedlichen Ansätzen und Ergebnissen in beiden deutschen Staaten.
Mit Prof. Weißbecker stellt sich ein prominenter und noch immer wissenschaftlich aktiver Faschismusforscher der Frage, welche Ergebnisse der DDR-Faschismusforschung bleibenden Wert haben und welche Defizite es aus welchen Gründen tatsächlich gab.

Mittwoch, 27. März 2002, 19 Uhr, Pulsnitzer Straße 10, 01099 Dresden
Lebenslagen in Deutschland. Erster Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung vom Mai 2001
Mit Hans-Jürgen Muskulus (Dresden, Sprecher der Sächsischen Armutskonferenz)

Armut und Reichtum in Deutschland als soziale Sachverhalte werden nach wie vor in und durch die Öffentlichkeit beobachtet. Über die Ursachen jedoch und erst recht über die Wege der Bekämpfung von Armut und der Begrenzung von Reichtum bestehen sehr unterschiedliche Auffassungen. Einige wenige sozialwissenschaftliche Untersuchungen haben sich in den letzten Jahren dem Thema zugewandt.
Die meisten konservativen Politiker sehen die Auszahlung von Sozialhilfe als bekämpfte Armut an. Gleichzeitig gibt es jedoch eine politische Debatte über existenzsicherndes Einkommen und soziale Grundsicherung.

Mittwoch, 20. März 2002, 19 Uhr, Pulsnitzer Straße 10, 01099 Dresden
Eskalation ohne Ausweg?
Aktuelle Fragen des Nahostkonflikts

Mit Harri Grünberg (Berlin)

(gemeinsam mit HATIKVA)
Die Nachrichten aus Nahost verkleinern scheinbar täglich die Hoffnungen auf einen friedlichen Ausgleich zwischen den Konfliktparteien. Wahrgenommen wird vor allem ein vom Osloer Vertrag belebter Friedensprozess, welcher den Namen kaum mehr verdient. Doch die aktuell von Kriegsrhetorik begleitete Eskalation verdrängt die Tatsache der langfristig alternativlosen Verständigungsoption.
Der Nahostexperte Grünberg wird die Fragen dieses Konfliktes daher vor dem Hintergrund der Interessen aller eingebundenen Akteure darlegen und zur Diskussion stellen, um die Interdependenzen des Religionskonfliktes und der politischen Ziele darzustellen, welche diese Auseinandersetzung so zuspitzen.

Mittwoch, 13. März 2002, 19 Uhr, Pulsnitzer Straße 10, 01099 Dresden
Leben und Arbeiten im 21. Jahrhundert - Einstieg und Überblick zur Debatte
Mit Prof. Dr. Frank Deppe (Universität Marburg)

(gemeinsam mit Arbeit und Leben e. V. und DGB-Bildungswerk Sachsen)
Wie unsere Gesellschaft auch apostrophiert wird - Arbeit und Tätigsein bleiben ihre konstitutiven Momente. Aber wie werden sich Arbeit und Leben angesichts der Globalisierung, der demo-grafischen und technischen Umwälzungen und der veränderten Wertvorstellungen verändern? Oder: wohin und wie sollen Leben und Arbeit verändert werden? Die Debatte über die Zukunft der Arbeit hält seit Jahrzehnten an und führt je nach konkretem Gegenstand, wissenschaftlichem Blickwinkel oder politischen Prämissen zu unterschiedlichen, ja konträren Ergebnissen.
Prof. Deppe eröffnet die Diskussionsreihe "Leben und Arbeiten im 21. Jahrhundert", die von März 2002 bis Mai 2003 mit weiteren Dresdener Vereinen und Stiftungen durchgeführt wird.
(Bitte fragen Sie nach dem gesonderten Programm.)

Donnerstag, 7. März 2002, 18 Uhr, Haus an der Kreuzkirche, An der Kreuzkirche 6, 01067 Dresden

Februar 2002

Verdrängte Nähe: Hannah Arendt und Rosa Luxemburg
Vortrag und Diskussion mit Dr. Werner Abel (Chemnitz)

In die Geschichte der politischen Ideen des vergangenen Jahrhunderts haben sich die beiden herausragenden Denkerinnen mit dicken Lettern eingetragen, und sie wirken beide bis in die Gegenwart hinein, oberflächlich betrachtet auf verschiedenen politischen Seiten. Merkwürdigerweise wurden Gemeinsamkeiten und Unterschiede des Denkens von Arendt und Luxemburg bisher wenig erforscht, obgleich die gedankliche Nähe beider überraschend groß ist. Hannah Arendt schätzte Rosa Luxemburg überaus, schrieb ein Essay über sie und in zentralen Fragen öffentlicher Freiheit und politischer Machtbildung gab es neben gravierenden Differenzen auch viel sachliche Übereinstimmung, jedenfalls vielmehr als schlechthin bekannt. In gewisser Weise ergänzen sich die Denkansätze beider Frauen sogar.
Mittwoch, 20. Februar 2002, 19 Uhr, Pulsnitzer Straße 10, 01099 Dresden
Zehntes Sächsisches Friedenssymposium
(gemeinsam u. a. mit Sächsische Friedensinitiative Dresden, Arbeitsgemeinschaft Offene Kirche Sachsen, DGB Kreis Dresden, Dresdner Studiengemeinschaft Sicherheitspolitik, Gemeinschaft für Menschenrechte im Freistaat Sachsen, Initiative „Blauer Stern“)
Nicht zuletzt die verbrecherischen Terroranschläge am 11. September in den USA und die kriegerische Beantwortung der „westlichen Wertegemeinschaft“ auf diese Herausforderungen zwingen die Frage auf: Was muss an unserem gesellschaftlichen System und den politischen Bestrebungen der Regierungen geändert werden, damit sie endlich ohne Krieg auskommen? Das Friedenssymposium diskutiert diese Frage und den Kontext, in dem diese Herausforderung gesehen werden müssen.
Samstag, 16. Februar 2002, 10 Uhr, Dresdner Volkshaus (Gewerkschaftshaus), Schützenplatz 14, 01067 Dresden

Januar 2002

Was soll - was will - was kann Feminismus heute?
Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Frigga Haug (Berlin)

Die Zeit vielfältiger und leidenschaftlicher öffentlicher Dispute über die Emanzipation der Frau, die Frauenbewegung in Vergangenheit und Zukunft und über Feminismus scheint vorüber zu sein. Andere existenzielle Aufgaben der Gesellschaft wie die der Arbeitslosigkeit und der Friedenserhaltung dominieren Denken und Handeln der Menschen.
Das Nachdenken, die Ortsbestimmung der Fragen, die mit der Gleichstellung der Geschlechter zusammenhängen, ist jedoch grundsätzlicher Art, geht es doch gerade jetzt um eine fundierte Herrschaftskritik. Welchen Beitrag kann der Feminismus dazu leisten? Gibt es überhaupt noch Chancen für dessen gesellschaftliche Wirksamkeit? Worin sind Neuansätze seiner gesellschaftlichen Gestaltungskraft zu sehen?

Mittwoch, 30. Januar 2002, 19 Uhr, Pulsnitzer Straße 10, 01099 Dresden
Linkes Denken:
Der "Eurokommunismus": seine historisch-theoretischen Wurzeln und Wirkungen
Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Harald Neubert (Berlin)

Der Eurokommunismus war in den 70er Jahren ein widersprüchliches Phänomen von Krise, Erneuerungsstreben und Erosion der internationalen kommunistischen Bewegung. Sein Wesen bestand in theoretischen, strategischen und politischen Vorstellungen einer Reihe kommunistischer Parteien entwickelter kapitalistischer Länder Europas. Vor allem die programmatischen Vorstellungen vom Weg zum Sozialismus und die Demokratieauffassungen der einflussreichsten kommunistischen Parteien Westeuropas, ihr distanziertes Verhältnis zum Gesellschaftssystem nach Vorgaben der UdSSR, ihre Relativierung des Praxisbezuges vom Marxismus-Leninismus. Besonders die Konzepte eines "neuen Internationalismus" und damit Vorstellungen von einer pluralistischen Einheit der kommunistischen Internationale mit gleichberechtigten Partnern in Ost und West spitzten den Dissens mit den vom sowjetischen Modell dominierten realsozialistischen Lager zu.
Der Vortrag wird diese Facette des Ost-West-Konfliktes beleuchten und sich daraus ergebende Fragen behandeln, so danach, ob die "eurokommunistischen" Auffassungen der heute im Gang befindlichen Erneuerung der sozialistischen und kommunistischen Parteien konstruktive Impulse vermitteln können.

Mittwoch, 23. Januar 2002, 19 Uhr, Pulsnitzer Straße 10, 01099 Dresden
attac: Alternativen zur neoliberalen Globalisierungsstrategie
Workshop u. a. mit Einde O`Callaghan (attac Deutschland, Chemnitz)

Marktfundamentalismus, international agierender Bereicherungswahn, Chaos an den Finanzmärkten und Verzicht auf demokratische politische Kontrolle der Globalisierung haben nicht nur weltweite ökonomische und soziale Risiken heraufbeschworen. Die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich, Hunger und Sterben und die damit einhergehende Brutalisierung des Lebens sind in großen Teilen der Welt alltägliche Erscheinungen. Und die Antwort der neoliberalen Macher darauf besteht wiederum nur in ökonomischer, machtpolitischer und militärischer Arroganz und Ignoranz.
Gibt es Alternativen zu dieser Tendenz? Welcher Instrumente bedürfte es? Und wo sind die Kräfte, die eine Trendwende initiieren könnten? Diese und andere Fragen sollen auf diesem Workshop mit dem Vertreter von attac diskutiert werden. Eingeladen sind auch Aktivisten christlicher Initiativen, der Gewerkschaften, der "Eine-Welt-Läden" und anderer Bündnisse, denen eine faire Weltwirtschaftsordnung am Herzen liegt.

Donnerstag, 17. Januar 2002, 19 Uhr, TU Dresden, Hörsaalzentrum-Bergstraße, Raum E 05
Sozialreport 2001 - Neue Ergebnisse des Sozialwissenschaftlichen Forschungszentrums Berlin-Brandenburg e. V.
Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Gunnar Winkler (Berlin)

Seit der Wende analysiert das Sozialwissenschaftliche Forschungszentrum in regelmäßiger Folge die soziale Lage der ostdeutschen Bevölkerung. Der Sozialreport 2001 aktualisiert die Ergebnisse über die Lebensverhältnisse der Ostdeutschen. Ergebnisse zur Einkommensentwicklung und zu den materiellen Existenzbedingungen in den neuen Bundesländern werden ebenso vorgestellt wie die Einstellungen der Menschen z. B. über das viel diskutierte Problem des Verhältnisses von Gerechtigkeit und Freiheit. Wie werden die Gewinne und Verluste in Folge der deutschen Einigung gewichtet, inwieweit ist die Integration der ostdeutschen Bevölkerung in das vereinte Deutschland gelungen und wie ist die Identifikation mit ihm zu bewerten?
Mittwoch, 9. Januar 2002, 19 Uhr, Pulsnitzer Straße 10, 01099 Dresden

2001





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