Mythos Standortschwäche -
Wie die deutsche Wirtschaft schlecht geredet wird
Mit Dr. Sabine Reiner (Berlin, wirtschaftspolitischen Abteilung ver.di)
(gemeinsam mit ver.di Jugend Sachsen)
Ist die deutsche Wirtschaft am Ende? Abgeschlagen, nicht mehr konkurrenzfähig?
Kapital wandert ab. Löhne und Steuern zu hoch. Wirtschaft und Arbeitsmarkt
überreguliert. Für die demografische Wende nicht gewappnet. Ostdeutschland
ein Jammertal. Gürtel enger schnallen. So oder ähnlich geht ein Grundtenor
im Land. Dr. Sabine Reiner von der wirtschaftspolitischen Abteilung der
Gewerkschaft ver.di schaut hinter die Sprüche. Was ist wirklich los mit dem
Standort Deutschland?
Georg Lukàcs - "Ontologie des Gesellschaftlichen Seins".
Eine Grundlage zur Erneuerung Marx'schen Denkens?
Mit Dr. Konrad Haase (Dresden)
Aus dem Anlass des bevorstehenden 120. Geburtstages von Georg Lukàcs soll an
seinem philosophischen Hauptwerke, das kurz vor seinem Tode in Druck ging,
erörtert werden, wieweit es eine Grundlage zur Erneuerung Marx'schen Denkens
abgeben kann. An wichtigen inhaltlichen Schwerpunkten dieses Werkes ist zu
untersuchen, ob Positionen, die scheinbar oder tatsächlich von Marx und insbesondere
dem späteren Marxismus abweichen, wirklich von Marx wegführen oder uns vielmehr
ihn heute näher bringen und anwendbarer machen.
Kommunalpolitische Konferenz des
Kommunalpolitischen Forums Sachsen:
Hartz IV und die Handlungsmöglichkeiten der Kommunen
u.a. mit Karl-Peter Fuß (Ltr. der Regionaldirektion der BA für Arbeit),
Wilfried Kurtzke (Dipl.-Wirtschaftler, AG Alternative Wirtschaftspolitik),
Dr. Irene Vorholz (Referentin f. Soziales vom Deutschen Landkreistag),
Horst Wehner (Sozialverband VdK Sachsen),
Dr. Dietmar Pellmann (Sozialpolitischer Sprecher der PDS-Fraktion im Sächsischen Landtag),
Karl-Friedrich Zais (Wirtschaftspolitischer Sprecher der PDS-Fraktion im Sächsischen Landtag)
Weitere Infos unter www.kommunalforum-sachsen.de
Faschismuskritik aus dem Geist des Nationalismus:
Victor Klemperers antifaschistische Sprachkritik
Diskussionsveranstaltung mit dem Autor Sönke Landt (Bremen)
Seit der Publikation seiner Tagebücher ist V. Klemperer zum Klassiker bundesdeutscher
Faschismuskritik avanciert. Linguisten rühmen sein sprachkritisches "LTI" als "vielleicht
wichtigstes Werk zur faschistischen Sprache", Tagebuchauszüge fungieren als Schullektüre,
der Autor selbst ist Namensgeber eines Jugendpreises usw. Die zentrale wissenschaftliche
These Klemperers scheint von ungebrochener Aktualität: Die faschistische Sprache soll die
Deutschen verführt, den Siegeszug der Nationalsozialisten ermöglicht haben. Ebenso gelten
die Rechtsextremen heute als "Rattenfänger", die die eigentlich unpolitische Unzufriedenheit
der Menschen manipulativ ausnützten. Besieht man Klemperers Thesen genauer, sind allerdings
Zweifel angebracht: So zeigt der "scharfsinnige Diagnostiker faschistischer Sprache" eine
auffällige Übereinstimmung mit faschistischem Sprachgebrauch: Die Faschisten gelten ihm
als "wuchernde Entartung deutschen Fleisches", der Faschismus als "Krankheit", Sprache
als "Gift". Es ist also zu fragen, wie und warum Klemperer den Faschismus kritisiert - um
daraus einen Schluss zu ziehen: Wie und warum werden hierzulande der historische und der
aktuelle Faschismus kritisiert?
Vom Rhein an die Elbe -
Meine Jahre an der Seite eines Dresdner Gemeindepfarrers
Mit Anneliese Feurich (Dresden)
Die Autorin schreibt: "Als mein Mann, der evangelische Pfarrer em. Dr. theol. Walter Feurich,
1981 verstarb, war ich über 37 Jahre mit ihm verbunden gewesen. Einige Jahre vor seinem Tode
hatte ihn ein Vertreter des ostberliner Union-Verlages in Dresden aufgesucht und ihn gebeten,
sein Leben aufzuschreiben. Dafür musste mein Mann zunächst einige Hemmungen überwinden, denn
es lag ihm nicht, über sich selbst zu berichten. Erst nach seinemTode erschien seine
Autobiografie mit dem Titel ,Lebensbericht eines Dresdner Gemeindepfarrers'. Im Klappentext
ist zu lesen: ,Das Leben, von dem hier berichtet wird, führt gradlinig durch ein Labyrinth
von Konflikten, Wirren und Leiden. Der naive Mut, sich selbst treu zu bleiben, was für
Walter Feurich bedeutete, in steter Verantwortung vor Jesus Christus zu bestehen, brachte
Unruhe und Tempo in dieses Leben, schloss Gefährdungen ein, äußeren Erfolg und Karriere aus.
Aber wer so lebt, kann letztlich trotz allem sagen: Es war ein schönes Leben.' Fast zwei
Jahrzehnte später begann ich die Bilanz meines eigenen Lebens zu ziehen. Ich dachte über
meine Herkunft nach, über meine Kindheit und Jugend in Bonn am Rhein, über die vielen Jahre
an meines Mannes Seite und begann mit dem Schreiben. Während mein Mann in seiner Autobiografie
knapp und präzise von Erlebnissen, Erfahrungen und Menschen berichtet, die ihn in seinen
Entscheidungen prägten, versuche ich darüber hinaus auch Geschehen und Erfahrungen aus dem
Alltag zu schildern, die für meine Zeit typisch waren."
Mit Prof. Dr. Dieter Kirchhöfer (Universität Potsdam, Arbeitsschwerpunkte:
Kindheits- und Jugendforschung)
Über Jugend zu reflektieren heißt, ein einer spezifisch historischen Phase über verschiedene
Phänomene nachzudenken, denn es gibt keine einheitlich strukturierte Jugendphase mehr.
Ist es angesichts der Ausdifferenzierung, der Entstrukturierung und der Individualisierung
der junge Menschen betreffenden Vorgänge sinnvoll, allgemeine Charakterisierung über
Jugend zu geben? Wenn ja, durch welche Charakteristika ist heute Jugend bestimmt?
Welche Aussagen darüber trifft die Jugendforschung?
Mühe und Muße.
Grundsicherung, Grundeinkommen, sozialökologischer Umbau der Gesellschaft.
Mit dem Autor Jens-Eberhard Jahn (Sprachsoziologe, AG Betrieb und Gewerkschaft in der PDS)
Polemiken gegen eine angebliche "soziale Hängematte", Sozialabbau mit der
Agenda 2010 und Kritik an ihr von CDU/CSU, FDP und Unternehmerverbänden,
da sie "nicht weit genug" gehe. Will oder kann sich der Exportweltmeister
Deutschland den Sozialstaat nicht mehr leisten? Seit über 20 Jahren werden
in unterschiedlichsten Verbänden und Zusammenhängen, in kirchlichen Gruppen,
bei Grünen und PDS, in der bürgerlichen und der radikalen Linken
Alternativen zu den noch bestehenden sozialen Sicherungssystemen diskutiert.
Dabei nimmt die Debatte um ein Grundeinkommen an Bedeutung zu.
Grundeinkommensmodelle sollen deshalb im Rahmen dieser Veranstaltung
skizziert und kritisch diskutiert werden.
Vortrag und Diskussion mit Rico Gebhardt (Geschäftsführer PDS Sachsen)
Der Sächsische Landtag wird mit der Wahl am 19. September ein anderes Gesicht erhalten.
Die absolute CDU-Mehrheit scheint nicht mehr sicher, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP
können sich ebenso wie die NPD Chancen auf einen Einzug ins Landesparlament ausrechnen.
Ob ein Machtwechsel in Sachsen möglich ist, hängt aber nicht nur von den Stimmengewinnen
und -verlusten für CDU, SPD und PDS ab. Entscheidend werden der Wille zu anderen Mehrheiten
und die möglichen inhaltlichen Schnittmengen der bisherigen Nichtregierungsparteien sein.
Rico Gebhardt wird in seinem Vortrag über die neuen Machtkonstellationen in Sachsen
sowie deren Auswirkungen auf die PDS und insbesondere ihr Agieren im Landtag sprechen.
Die Grenzen der DDR.
Geschichte - Fakten - Hintergründe
Mit dem Herausgeber Dr. Peter Freitag (ehem. Lehrstuhlleiter an der Militärakademie "Friedrich Engels")
Die Diskussion um das Grenzregime der DDR hat an Emotionalität verloren,
nicht aber an Brisanz. Dies gibt einer analytischen Betrachtung mehr Raum.
In der Veranstaltung wird das Standardwerk zur Grenze der DDR vorgestellt.
Es wurde von führenden Militärs der DDR, Militärhistorikern
und Juristen verfasst. Im Vordergrund steht die Betrachtung der Staatsgrenze
in dem politischen Kontext indem sie existierte.
Vor 15 Jahren: Das Ende der DDR - Demokratieerfahrungen in Ostdeutschland
Mit MdL Dr. André Hahn (Autor des Buches: "Der Runde Tisch. Das Volk und die Macht -
politische Kultur im letzten Jahr der DDR")
In einer tiefen Krise begann am 7. Oktober 1989 das letzte, 41. Jahr der DDR.
Für kurze Zeit stand die DDR ihren humanistischen und sozialistischen Idealen am nächsten.
Endlich wurde das Volk politisch aktiv, erlernte den aufrechten Gang. Aus dem Niedergang des
administrativ-zentralistischen Sozialismus wurde ein emanzipatorischer Aufbruch versucht, der
aber im Sog der Krise und eines übermächtigen westdeutschen Alter ego endete.
Der revolutionäre Aufbruch '89 setzte demokratische und zivilgesellschaftliche Potentiale
frei, die zwar im Weiteren untergingen, aber Testfall für künftige Emanzipationsbewegungen sind.
Das andere Amerika.
Das Erwachen des afro-amerikanischen Widerstands und die Bürgerrechtsbewegung in den sechziger Jahren in den USA
Mit dem Autor Clayborne Carson (US-amerikanischer Bürgerrechtler,
Professor für Geschichte an der Stanford University, Direktor des
Martin Luther King, Jr., Papers Project)
Der Autor war Mitglied einer der bedeutendsten Organisationen der schwarzen
Bürgerrechtsbewegung in den USA (Student Nonviolent Coordinating Committee/ SNCC).
Deren Kampagnen und direkten gewaltfreien Massenaktionen in den sechziger Jahren
spitzten die Kämpfe der US-amerikanischen Schwarzen gegen die rassistische
Diskriminierung zu und trieben sie voran. Im Laufe der sechziger Jahre wurden die
gewaltfreien Strömungen zurückgedrängt. Das SNCC wurde schließlich
von AnhängerInnen eines militanten, separatistischen schwarzen Nationalismus dominiert.
"Zeiten des Kampfes" ist nicht nur die Geschichte einer Organisation der schwarzen
Bürgerrechtsbewegung, die in der deutschsprachigen Literatur bislang kaum
wahrgenommen wurde. Es ist auch ein Lehrstück über Erfolge und Abwege
sozialer Bewegungen.
Der Verein zur Förderung alternativer Energien in der Karibik e.V.
ist eine Nichtregierungsorganisation mit Sitz in Berlin, d.h. ein eingetragener
gemeinnütziger Verein, der im Mai 1992 gegründet wurde mit dem Ziel,
in den Ländern der Karibik, in erster Linie in Kuba und Nikaragua, zur
Energiewende - also zur Ablösung der fossilen Brennstoffe ohne den offenbaren
gefährlichen Irrweg der Kernenergie - beizutragen. Kuba erfährt dabei
besondere Unterstützung als Antwort auf das völkerrechtswidrige Embargo
der USA. KarEn unterstützt und kofinanziert dazu Anwendungen der Fotovoltaik,
Windkraft, Solartermie sowie der Wasserkraft. Die Referenten präsentiert die
Arbeit von KarEn auf Kuba und damit in einer Region, in welcher der Ökologie
oft nicht die Hauptsorge gilt.
Diskussionsforum: WENIGER arbeiten!?
Arbeitszeitenverkürzung - Begründungen, Probleme, Lösungsansätze.
Mit MdL Karl-Friedrich Zais (Sprecher für Arbeitmarktpolitik PDS-Fraktion im Sächsischen Landtag),
Ronald Blaschke (Arbeitslosenverband
am Runden Tisch der Erwerbslosen- und Sozialhilfeinitiativen),
Dr. Jürgen Leibiger (Dozent für Volkswirtschaftlehre)
(gemeinsam mit ver.di Jugend Sachsen)
Das Phänomen Massenarbeitslosigkeit ist vor allem auch ein Ergebnis der
Veränderung der Arbeitswelt. In völlig verschiedene Richtungen gehen
aber die Lösungsvorschläge: 40-Stunden-Woche und mehr versus radikale
Arbeitszeitverkürzung. Die Veranstaltung greift diese Debatte auf und diskutiert,
wie die Arbeit verteilt werden kann und wie die Existenzsicherung der Menschen
gesichert werden soll.
Donnerstag, 16. September, 18 Uhr
Haus der Gewerkschaften, Schützenplatz 14, 01067 Dresden
Zum 100. Geburtstag des chilenischen Dichters Pablo Neruda:
Musikalisch begleitete Lesung von Gedichten Pablo Nerudas in Spanisch und Deutsch
(gemeinsam mit Ausländerrat,
Asociación Cultural Iberio Americana/ACIA, Societaetstheater im Rahmen der Interkulturellen Tagen 2004)
Pablo Neruda ist einer der bedeutendsten Dichter des 20. Jahrhunderts. Ein "Dichter der
verletzten Menschenwürde" nannte ihn die Stockholmer Akademie, als er 1971 den
Nobelpreis für Literatur erhielt. Am 12. Juli 1904 in Südchile als
Neftali Ricardo Reyes Basualto geboren, nannte er sich nach dem fast vergessenen
tschechischen Schriftsteller Jan Neruda, der als Erzähler das Leben armer
Menschen beschrieben hatte. Der Dichter wollte keine Konzepte anbieten, sondern
aufrütteln und die "Sensibilisierung gegenüber den Unterdrückten"
fördern. 1969 wurde Neruda als Kandidat der Kommunisten für die
Präsidentschaftswahlen nominiert, zog die Kandidatur jedoch zurück,
als sich die Linksparteien auf Salvador Allende als Kandidaten einigten.
Knapp 2 Wochen nach dem Putsch der Militärjunta unter Pinochet starb Neruda,
der bereits in Mexiko um politisches Asyl gebeten hatte, am 23.9. 1973
an den Folgen einer Krebsoperation.
Samstag, 11. September, 19 Uhr
Societätstheater (Foyer), An der Dreikönigskirche 1a, 01097 Dresden
Am Tropf. Die Misere der ostdeutschen Wirtschaft und ihre Perspektive.
Mit Dr. Ulrich Busch (Volks- und Finanzwirtschaftler, Berlin)
Ob nun "auf der Kippe" oder "am Tropf", die Situation der ostdeutschen Wirtschaft
kann verfahrener kaum sein. In seinem Buch "Am Tropf"
(eine Rezension) stellt der Berliner
Wirtschaftswissenschaftler Dr. Ulrich Busch eine profunde Analyse der Ursachen
und des Zustandes vor. Ist der Osten dazu verdammt, das Mezzogiorno Deutschlands
zu sein oder gibt es einen Weg zu den im Grundgesetz fest geschriebenen
ausgeglichenen Lebensverhältnissen?
Für eine eigenständige, auch von den USA unabhängige Europäische
Außen- und Sicherheitspolitik wird immer wieder die Notwendigkeit einer
starken Militärmacht Europa betont. Setzt der transatlantische
Emanzipationsprozess aber tatsächlich eine Militarisierung der
europäischen Politik voraus? Die Veranstaltung soll u.a. dieser Frage
nachgehen und den Umgang Europas mit seiner neuen weltpolitischen Rolle zu diskutieren.
Freitag, 3. September, 19.30 Uhr
Haus der Kirche Dreikönigskirche, Hauptstraße 23, 01097 Dresden
Netzwerktreffen: Initiativkreis WohnRaumLeben.
Informationsveranstaltung und Forum zur Förderung von Gruppen- und Gemeinschaftswohnprojekten -
Junges Wohnen, Familien Wohnen, Senioren Wohnen, Generationen übergreifendes Wohnen, ökologisches Wohnen, Kommune
(gemeinsam mit Initiativkreis WohnRaumLeben)
Der Initiativkreis WohnRaumLeben ist ein Selbsthilfe-Netzwerk und berät
als Forum zur Förderung von Gruppen- und Gemeinschaftswohnprojekten
Interessierte, "Fachleute" und bestehende bzw. im Aufbau befindliche
Gemeinschaften im Raum Dresden. Das geschieht über das monatliche
Beratungsangebot, eine Info- und KontaktBörse und als Projektbörse im Netz.
Historische Einordnung der ethnischen und konfessionellen Spannungen im Irak
Mit dem irakischer Wirtschaftswissenschaftler und Publizisten Prof. Dr. Kadhim Habib (Berlin)
(gemeinsam mit Ausländerrat Dresden)
Die jahrzehntelang durch die totalitäre Baath-Herrschaft eingefrorenen ethnischen,
politischen und ökonomischen Konflikte kamen durch den jüngsten Irakkrieg zum Ausbruch.
Tägliche Schreckensmeldungen dominieren unsere Nachrichten aus der Region. Doch die
Aktivitäten verschiedener Gruppen, die in Europa oft verharmlosend als "Widerstand"
bezeichnet werden, sind nicht nur gegen die Besatzungsmacht, sondern auch gegen die irakische
Bevölkerung gerichtet, um das Land ins Chaos zu stürzen und den Wiederaufbau der
Infrastruktur und der Ökonomie zu verhindern. Um sich ein Bild von der Lage in Nachkriegsirak
machen zu können, bedarf es grundlegender Analysen. Der Referent, Kadhim Habib, geboren 1935 in
Kerbala, gilt als einer der besten Kenner Iraks. Nach seiner Promotion an der Berliner Hochschule
für Ökonomie lehrte er in Bagdad, wurde vom Saddam-Regime verfolgt und emigrierte nach
Algier und Prag. Fünf Jahre lang nahm er in Irakisch Kurdistan am bewaffneten Kampf gegen Saddam teil.
Lebenslagen in Sachsen - Die Verteilung von Armut und Reichtum
Mit Prof. Dr. Wolfgang Scherer (Hochschule Mittweida, Fachbereich Soziale Arbeit), Moderation
Hans-Jürgen Muskulus (Sprecher Sächsische Armutskonferenz)
(gemeinsam mit der Sächsischen Armutskonferenz)
Die Diskussion über Umverteilung wird oft als Neiddebatte bezeichnet. Viel mehr geht es
aber um die Langzeitfolgen einer Entwicklung, bei der gesellschaftlicher Reichtum wie bisher
von Unten noch Oben umverteilt und die Alimentierung der Sozialsysteme zunehmend den
wirtschaftlich Schwachen aufgebürdet wird. In der Veranstaltung soll die Entwicklung
von Armut und Reichtum und deren Folgen speziell für Sachsen dargestellt werden.
Mit Prof. Dr. Erhard Hexelschneider (Leipzig)
(gemeinsam mit Kulturverein "Kleine Freiheit")
Der Autor stellt Rosa Luxemburgs Verhältnis zu den einzelnen Künsten, insbesondere zur
Literatur in einer systematischen Übersicht dar und unterzieht vor diesem Hintergrund aus der
Sicht eines Slawisten vor allem ihre Urteile über russische Literatur einer genaueren Prüfung.
Es ist ein Versuch Luxemburgs kunstkritische Urteilsfähigkeit und ihre übersetzerischen
Qualitäten sichtbar zu machen. Der Vortrag besteht aus zwei Teilen: dem Verhältnis der
großen Revolutionärin zu den Künsten und einzelnen Künstlern verschiedener
nationaler Kulturen ganz allgemein und ihren Beziehungen zur russischen Literatur. Dabei werden Rosa
Luxemburgs künstlerischen Vorlieben und Abneigungen, ihr Geschmack, ihre Urteile behandelt und
in einen historischen Zusammenhang gebracht.
Zukunft der Jugendhilfe? Zwischen neuen Konzepten und purer Finanznot?
Mit Tilo Kießling (Mitglied des Jugendhilfeausschusses im Dresdner Stadtrat) und Jens Matthis
(Mitarbeiter des Arbeitskreises "Jugend und Zukunft" der PDS-Fraktion im Sächsischen Landtag)
Das Überleben von geförderten Vereinen ist durch Kürzungs-"zwänge" der Kommunen
stetig ungesichert. Nicht nur das die Städte damit ihre soziokulturelle Vielfalt gefährden,
die Menschen werden praktisch um die Möglichkeiten gesellschaftlichen Engagements beraubt.
Besonders im Bereich der Jugendhilfe stehen bei den aktuellen Planungen viele Vereine und Gruppen
vor dem Aus. Die Veranstaltung soll über die aktuelle Situation und die Alternativen und
Strategien gegen die Kürzungsmaßnahmen berichten. Ziel ist es auch, dass sich verschiedene
Vereine zusammenfinden und stärker in Erfahrungsaustausch treten.
Die PDS-Landesvorsitzende Cornelia Ernst fragt nach bei dem Projektleiter "Hilfe in Krisengebieten" von
arche nova e.V., Sven Seifert, und dem Journalisten und Irakexperten Knut Mellenthin. Sven Seifert,
der als Nothelfer bis Anfang Juni im Irak sein wird, kann dabei direkt über die Situation in der
Krisenregion berichten.
"Clara Zetkin, Bürgerlichkeit und Marxismus. Eine Biographie"
Mit Dr. Tânia Puschnerat (Wuppertal)
Clara Zetkin (1857 - 1933) eignete sich von jeher für politische Instrumentalisierungen:
Als Initiatorin des Internationalen Frauentages wird sie bis heute für eine feministische
Traditionslinie reklamiert, nach 1989 galt sie den einen als Vertreterin eines "demokratischen
Kommunismus", den anderen als mutige Gegnerin des Faschismus. In der DDR wurde sie als Lenin-Verehrerin,
treue Freundin der Sowjetunion und kommunistische Pädagogin mythologisiert. Im wiedervereinigten
Deutschland wurde sie Mitte der neunziger Jahre als Gegnerin der parlamentarischen Demokratie und
Wegbereiterin einer totalitären Diktatur entthront. Tânia Puschnerats Buch rekonstruiert Zetkins
wechselhaftes privates und politisches Leben und liefert zugleich eine mentalitätsgeschichtliche
Fallstudie zum Thema "Bürgerlichkeit und Marxismus": Am Beispiel der aus bürgerlichem Milieu
stammenden Clara Zetkin beschreibt sie den Einfluss bürgerlicher Weltdeutungsmuster auf Theorie
und Praxis der sozialdemokratischen und kommunistischen Bewegung im letzten Drittel des 19. und im
ersten des 20. Jahrhunderts.
Mittwoch, 26. Mai, 19 Uhr
WIR AG, Martin-Luther-Str. 21, 01099 Dresden
attac - wie weiter?? Kritik der Globalisierungskritiker?!
Mit Karsten Brettschneider (attac Dresden) und
Dr. Theo Wentzke (Mitglied der Redaktion des GegenStandpunkt)
(gemeinsam mit attac-Dresden)
Attac ist in der Öffentlichkeit als die Bewegung bekannt, die gegen neoliberale
Globalisierung eintritt. Es gibt aber auch linke Kritiker von Attac wie der GegenStandpunkt.
Trifft die These des GegenStandpunkts zu: "Attac sei der Aldi unter den Weltverbesserern"?
für Attac würden nur geringe gesellschaftliche Veränderungen (Tobinsteuer,
Änderung von Konsumgewohnheiten, Kontrolle der Märkte) ausreichen, um umfassende
Verbesserungen für die Menschen zu erwirken? Oder desavouiert sich der GegenStandpunkt
mit seiner Kritik, indem er sich aus der Einheit mit anderen Linken zurückzieht. In einer
Diskussion zwischen Karsten Brettschneider und Theo Wentzke soll dieser Frage nachgegangen werden.
mehr Infos bei
www.attac.de und
www.gegenstandpunkt.com
Mittwoch, 19. Mai, 19 Uhr
WIR AG, Martin-Luther-Str. 21, 01099 Dresden
3. Dresdner Bürger- und Sozialkonferenz
Armes reiches Dresden
gemeinsam mit Bürgerinitiative DBS, Stiftung Mitarbeit, IG Metall (Verwaltungsstelle Dresden),
ver.di (Bezirk Dresden - Oberelbe)
Die 3. Dresdner Bürger- und Sozialkonferenz (DBS) findet in Zeiten des rigorosen
Sozialabbaus in Deutschland und des Abbaus sozialer und kultureller Angebote und
Dienstleistungen in Dresden statt. Die öffentliche Konferenz bietet Ihnen die
Möglichkeit, sich zu informieren und sich aktiv in die Gestaltung der Zukunft
unserer Stadt einzubringen.
mehr Infos bei
www.buendnis-gegen-sozialkahlschlag-dresden.de und
www.wir-sind-dresden.de
Immanuel Kant starb vor 200 Jahren. Doch seine Philosophie der Aufklärung bleibt
anregend auch für unser Jahrhundert: "Unser Zeitalter ist das eigentliche Zeitalter
der Kritik, der sich alles unterwerfen muss. Religion, durch ihre Heiligkeit, und
Gesetzgebung durch ihre Majestät, wollen sich gemeiniglich derselben entziehen.
Aber alsdann erregen sie gerechten Verdacht wider sich und können auf unverstellte
Achtung nicht Anspruch machen, die Vernunft nur demjenigen bewilligt, was ihre freie und
öffentliche Prüfung hat aushalten können." (Kritik der reinen Vernunft).
Und dies gilt gleichermaßen für seinen sittlichen Anspruch: "Handle so, dass
du die Menschheit sowohl in deiner Person als in der Person eines jeden anderen, zugleich
als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchst" (Grundlegung der Metaphysik der Sitten).
Mittwoch, 12. Mai, 19 Uhr
WIR AG, Martin-Luther-Str. 21, 01099 Dresden
Autorenlesung
"Unter der heißen Sonne von Bagdad - Meine Jahre im Irak"
Mit Irmtraud Habib (Berlin)
(gemeinsam mit Ausländerrat Dresden)
Die in der DDR geborene Autorin folgte ihrem irakischen Ehemann in sein Heimatland.
Das Buch ist die Geschichte ihres Lebens im Irak, aber auch Portrait seiner Bewohner
mit ihren Sitten und Gebräuchen sowie ihren Glauben. In ihren Erinnerungen geht
sie auf die Politik des verhassten Baath-Regimes ein. Viele Menschen, so auch ihr Mann,
wurden verhaftet und gefoltert. Tausende mussten mit ihrem Leben bezahlen. Beide
flüchteten nach Algerien und verbrachten dort einige Jahre. Später
verließen sie Algerien: ihr Mann schloss sich dem Partisanenkampf im irakischen
Kurdistan an, und sie flog mit den Kindern in die DDR zurück. Der letzte Teil ihres
Buches schildert, mit welchen Schwierigkeiten sie plötzlich in der DDR konfrontiert war.
Aufbau oder Stagnation?
Die Entwicklung des Arbeitsmarktes in Sachsen
Mit MdL Karl-Friedrich Zais (Sprecher für Arbeitmarktpolitik der PDS-Fraktion
im Sächsischen Landtag)
Als Ergebnis der AGENDA 2010 der Bundesregierung wird demnächst die Sozial- und Arbeitslosenhilfe
abgeschafft und zum Sozialgeld II zusammengeführt. Dieser Vorgang wurde in den Hartz-Gesetzen
beschlossen. Neue Arbeitsplätze werden damit nicht entstehen. Wie aber wird die Arbeitslosigkeit
nun verwaltet und welche Auswirkungen wird diese "Reform" für Sachsen und seine Menschen haben?
Mittwoch, 5. Mai, 19 Uhr
WIR AG, Martin-Luther-Str. 21, 01099 Dresden
April 2004
Gerechte und zukunftsfähige Hochschulpolitik.
Diskussion über Alternativen zur Studiengebühr, wettbewerbsorientierter Forschungsförderung
und Eliteuniversität
Mit MdA Benjamin Hoff (Sprecher der PDS-Fraktion im Ausschuss für Wissenschaft und Forschung; Koordinator der Bundesarbeitsgemeinschaft Wissenschaftspolitik der PDS)
Hochschulen in dauernder Unterfinanzierung, Studierende auf der Straße, Studiengebühren und Elite in der medialen Diskussion - der Wissenschaftsbereich ist im Umbruch. Allerdings bestimmt derzeit der neoliberale Mainstream die Diskussion. Bildungs- und Sozialabbau betrifft immer sozial Schwache und verschärft die soziale Ungerechtigkeit. Die Veranstaltung will über fortschrittliche Hochschulkonzeptionen informieren und dabei von der allgemeinen Frage nach einer sozialen und emanzipatorischen Perspektive von Hochschulbildung und Wissenschaft, zum Konkreten, der Hochschullandschaft und deren Finanzierung, Hochschulrecht und Studienreformen gehen. Der PDS-Bildungsexperte stellt sich dieser Diskussion gerade auch vor dem Hintergrund der Hochschulpolitik in Berlin.
mehr Infos bei www.benjaminhoff.de
Mittwoch, 21. April, 19 Uhr
WIR AG, Martin-Luther-Str. 21, 01099 Dresden
IV. Rosa-Luxemburg-Konferenz
Welt ohne Krieg?
Gesellschaftliche Bedingungen des internationalen Friedens
(gemeinsam mit Rosa-Luxemburg-Stiftung. Gesellschaftsanalyse und politische Bildung)
Freitag
14-18 Uhr
Vorträge mit Diskussion
19.30-21.30 Uhr
Podiumsdiskussion:
"Bürgerverantwortung für Friedenspolitik in der Demokratie"
u.a. mit Julia Bonk (Sprecherin Landesschülerrat Sachsen),
Dr. Reinhard Mutz (Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik Hamburg), Dr. Peter Strutynski (Friedensbündnis auf Bundesebene)
Samstag
9-12.30 Uhr
Vorträge mit Diskussion
14-16.30 Uhr
Vorträge mit Diskussion
Tagungsbeitrag: 5,00 €
Informationen unter Tel. 0341/9608531 oder 0351/8040300 oder
bei www.rosa-luxemburg-stiftung-sachsen.de Freitag, 16. April und Samstag, 17. April
Haus an der Kreuzkirche, 01067 Dresden
Buchvorstellung:
Erinnerungen eines Diplomaten.
Die Berlin-Politik zwischen 17. Juni 1953, dem Viermächteabkommen und der Grenzöffnung 1989
Mit Joachim Mitdank (Berlin)
(gemeinsam mit Kulturverein "Kleine Freiheit")
Joachim Mitdank, der in dem vorliegenden Buch seine Erinnerungen veröffentlicht, gehörte zu der kleinen Zahl von Experten, die im Räderwerk der DDR-Diplomatie mit dem Thema "Berlin" beschäftigt waren. Sein Werdegang ist DDR-typisch: Arbeiterkind, Arbeiter- und Bauern-Fakultät, Hochschulstudium, Berufung in das Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten (MfAA). Er besitzt detaillierte Kenntnisse der sowjetischen Deutschland- und Berlin-Politik, die in der These münden, dass das "Bruderland DDR" im sowjetisch-amerikanischen Machtpoker nur als veräußerbarer Einsatz behandelt wurde.
mehr Infos bei www.jungewelt.de
Donnerstag, 15. April, 19 Uhr
johannes r., Stresemannplatz 9, 01309 Dresden
PDS in der Regierungsfalle?
Diskussion zu den Herausforderungen von PDS-Regierungsbeteiligungen
Mit MdA Benjamin Hoff (Mitglied im Finanzausschuss, zuständig für den Etat Wirtschaft für die PDS im Berliner Abgeordnetenhauses) und Michael Leutert (Stellv. Landesvorsitzender PDS-Sachsen)
Die PDS gilt mit dem Eintritt in Regierungsverantwortung als entzaubert. Besonders mit ihrer Politik in der Schuldenhauptstadt Berlin wird diese These begründet. In diesem Kontext wird sehr verkürzt die einzige Option zwischen Opposition und Regierung heraufbeschworen. Was aber ist die Rolle einer gestalten wollenden sozialistischen Partei unter heutigen Bedingungen bzw. was kann die Rolle der PDS sein? Die Veranstaltung soll diese kontroversen Fragen aufwerfen und Benjamin Hoff wird dabei seine Erfahrungen aus Berlin darstellen.
mehr Infos bei www.benjaminhoff.de
Mittwoch, 7. April, 19 Uhr
WIR AG, Martin-Luther-Str. 21, 01099 Dresden
März 2004
Aufbau oder Stagnation?
Die Entwicklung des Arbeitsmarktes in Sachsen
Mit MdL Karl-Friedrich Zais (Sprecher für Arbeitmarktpolitik der PDS-Fraktion im Sächsischen Landtag)
Als Ergebnis der AGENDA 2010 der Bundesregierung wird demnächst die Sozial- und Arbeitslosenhilfe abgeschafft und zum Sozialgeld II zusammengeführt. Dieser Vorgang wurde in den Hartz-Gesetzen beschlossen. Neue Arbeitsplätze werden damit nicht entstehen. Wie aber wird die Arbeitslosigkeit nun verwaltet und welche Auswirkungen wird diese "Reform" für Sachsen und seine Menschen haben?
mehr Infos bei pds-sachsen.de
Partei der Europäischen Linken (EL) -
Herausforderungen für die Linke in Europa
Mit MEP Sylvia-Yvonne Kaufmann (PDS-Spitzenkandidatin für die Europawahl), und Helmut Scholz (PDS-Kandidat für das Europaparlament, AG Friedens- und Internationale Politik der PDS)
Moderation: MdL Katja Kipping (Stellv. PDS-Bundesvorsitzende)
Eine neue Vision inspiriert immer mehr EuropäerInnen und vereint sie zu großen Aktionen des Widerstandes gegen die Durchsetzung einer neoliberalen Einbahnstraße, mit der die Menschheit in die Falle neuen sozialen und kulturellen Rückschritts gelockt werden soll. Die Situation der Völker, der sozialen Akteure und des einzelnen Menschen ist von Unsicherheit, Ungewissheit und ungeschützten Arbeitsverhältnissen geprägt. Neuer, starker Widerstand gegen die kapitalistische Ausbeutung ist im Entstehen. Es ergeben sich neue Möglichkeiten, das Leben der Männer und Frauen zu verändern, die von den Katastrophen der kapitalistischen Globalisierungspolitik mehr und mehr betroffen sind. Welche Chancen ergeben sich dabei mit einer europaweit institutionalisierten Linkspartei?
mehr Infos bei www.pds-online.de
Donnerstag, 25. März, 17 Uhr
Haus der Begegnung, Großenhainer Straße 93, 01227 Dresden
Film und Diskussion:
Eine andere Welt wird sie brauchen!
Feministische Perspektiven des WSF 2004 in Mumbai
(gemeinsam mit attac-Dresden)
Mit Andrea Plöger (Videoaktivistin) und Silke Veth (Rosa-Luxemburg-Stiftung, Berlin)
Das Weltsozialforum 2004 in Mumbai brach nicht nur mit der Tradition von Porto Alegre und führte das Forum in eine Megacity, in der sich der tägliche Überlebenskampf durch Privatisierung und Ressourcenplünderung insbesondere für Frauen zunehmend verschärft hat. Es war auch das erste internationale Sozialforum, auf dem eine feministische Kritik an herrschenden Geschlechterverhältnissen deutlich hörbar war und zugleich zum guten Ton gehörte. Der Film, lässt VertreterInnen lokaler Basisbewegungen und internationaler Frauenorganisationen zu Wort kommen und fragt sie nach gemeinsamen Perspektiven, Ansätzen und Strategien im Kampf gegen eine zunehmend kriegerische Globalisierung.
mehr Infos bei www.rosaluxemburgstiftung.de
Gerechte Ungleichheit?
Nachhaltige Modernisierung im Bildungswesen. Soziale Polarisierung und der Leistungsgedanke in Schule und Gesellschaft
Mit Jochen Mattern (Politikwissenschaftler und wissenschaftlicher Berater für Bildung und Wissenschaft der PDS-Fraktion im Sächsischen Landtag)
Nirgendwo anders spielt die soziale Lage der Herkunftsfamilie eine so große Rolle für den Bildungserfolg der SchülerInnen wie in der BRD. Von sozialer Selektion spricht die internationale Vergleichsstudie PISA. Mit der Manifestierung dieser Entwicklung verabschiedet sich die neue Mitte auch in der Bildungspolitik von einer integrativen Politik. Diese weicht einer Politik der sozialen Spaltung, wie an der faktischen Aufspaltung des Bildungsangebotes in eine Elite- und eine Massenbildung ablesbar ist. In der Beschränkung der Demokratie auf eine Methode zur Auswahl der vermeintlich Besten - sprich: der Elite - offenbart der mit Aufstiegsmobilität verknüpfte Leistungsbegriff seine Kehrseite.
mehr Infos bei www.linksnet.de
Gedenkveranstaltung zum 110. Geburtstag von Otto Grotewohl
Mit Prof. Dr. Horst Schneider (Dresden)
(gemeinsam mit VVN)
Die Veranstaltung gedenkt dem am 11.3.1894 in Braunschweig geborenen Otto Emil Franz Grotewohl. Ab 1912 Mitglied der SPD trat er 1918 der USPD bei. Zwischen 1938 und 1944 war er aus politischen Gründen mehrfach inhaftiert worden und musste schließlich emigrieren. In der DDR wurde er zum Ministerpräsidenten gewählt und war ab 1950 Mitglied des ZK und des Politbüros der SED. Otto Grotewohl verstarb am 21.9.1964 in Berlin.
mehr Infos bei www.dh-museum.com
Geistig frei und niemandes Knecht. Paul Levi - Rosa Luxemburg
Mit Dr. Jörn Schüttrumpf (Rosa-Luxemburg-Stiftung, Berlin)
Vieles verband Rosa Luxemburg und Paul Levi, die Liebe zur Natur ebenso wie
politischer Scharfsinn, Hass gegen Ungerechtigkeit und Menschenverachtung, die
strikte Ablehnung des Krieges wie auch das Streben nach Unabhängigkeit.
In seinem Nachruf auf den am 9. Februar 1930 mit 47 Jahren verstorbenen Paul
Levi schrieb Carl von Ossietzky: "Er war ein internationaler revolutionärer
Sozialist aus Rosa Luxemburgs Schule". Levi verteidigte noch vor 1914 Rosa Luxemburg
in zwei politischen Prozessen, wurde - für kurze Zeit - ihr Geliebter und blieb
ihr guter Freund. Er war ihr Weggefährte im Spartakusbund und 1918/19
schließlich auch Mitbegründer der Kommunistischen Partei. Nach der
Ermordung Luxemburgs war er für kurze Zeit sogar, wie später auch
Ernst Reuter als Nachfolger Levis, Vorsitzender der KPD. Levi kritisierte die
Abhängigkeit von Moskau, wandte sich gegen die putschistische Taktik der
Partei und wurde 1921 ausgeschlossen. Er schloss sich der USPD an und kehrte
mit ihr 1922 in die SPD zurück.
Gibt es in der Frage Krieg oder Frieden noch "den Westen"?
Gemeinsam mit Sächsische Friedensinitiative Dresden e. V.,
Aktionsgemeinschaft Frieden Dresden,
Arbeitsgemeinschaft Offene Kirche Sachsen,
DGB Kreis Dresden,
Dresdener Studiengemeinschaft Sicherheitspolitik e. V.,
Gemeinschaft für Menschenrechte im Freistaat Sachsen e. V.,
IPPNW, Ärzte in sozialer Verantwortung
Seit 1992 treffen sich Mitte Februar in mahnendem Gedenken an die Zerstörung Dresdens
Menschen aus der Bundesrepublik und Nachbarländern, um sich darüber zu
verständigen, was jetzt gegen neue Kriege getan werden muss. Diesmal wird zu
bewerten sein, dass der Krieg gegen den Irak nicht nur einen kraftvollen Widerstand
der Friedensbewegung ausgelöst, sondern auch das westliche Bündnis in eine
"Koalition der Willigen" und eine "Koalition der Unwilligen" gespalten hat. Aus der
Analyse, worin die Staaten des Westens im Gebrauch militärischer Gewalt
übereinstimmen und worin sie sich unterscheiden, ergeben sich wichtige
Folgerungen für die Friedensstrategie.
Samstag, 14. Februar, 10-18 Uhr
Volkshaus am Schützenplatz, 01067 Dresden
Die Fundamentalismusfalle
Mit Nabil Yacoub (Geschäftsführer Ausländerrat Dresden)
(gemeinsam mit Ausländerrat Dresden e. V.)
Der als "Alternative" für den nationalen Befreiungskampf der Völker der
Dritten Welt entstandene religiöse Fundamentalismus ist keine Befreiungstheologie
sondern ein Missbrauch der Religion. Er ist menschenrechtsfeindlich,
rückwärtsgewandt und besitzt kein Fortschrittsprojekt. Auf der anderen
Seite offenbaren Fundamentalismen des modernen Imperialismus mit ihrem absoluten
Machtanspruch ihre hegemonialen Bestrebungen, ihre Missachtung gegenüber
dem Völkerrecht und den Menschenrechten. Sie provozieren gerade die Entstehung
und Erstarkung extremer Tendenzen in der Dritten Welt. Die jüngste Geschichte
zeigt, dass jeder Fundamentalismus wie ein Bumerang wirkt. Er bewirkt immer das
Gegenteil der angestrebten Ziele. Die Alternative besteht nicht darin: Entweder
Kolonialismus oder chaotische Dritte Welt. Eine friedliche und demokratische Zukunft
der Völker braucht den gleichberechtigten Dialog, die Herrschaft des Völkerrechts
und der Menschenrechte, eine gerechte Weltwirtschaftsordnung und die gegenseitige
Solidarität der Völker.
Mit Prof. Dr. Rainer Rilling (Rosa-Luxemburg-Stiftung, Berlin)
Globalisierung, Zusammenbruch des europäischen Realsozialismus und
Weltmachtanspruch der USA führen in jüngster Zeit zu einer
Neubelebung imperialismustheoretischer Diskussionen. Der bedeutendste
Beitrag in dieser Debatte ist "Empire" von Hardt/Negri. Was ist der Inhalt
dieser Debatte, wozu wird sie gebraucht und hat sie eine politische Bedeutung?
Mehr oder weniger arbeiten? Auch nach dem Scheitern des Arbeitskampfes um Verkürzung
der Arbeitszeit in Ostdeutschland hält die Debatte unvermindert an. Vortrag und
Diskussion widmen sich den damit im Zusammenhang stehenden Fragen: Welche Bedeutung
kommt der Freizeit heute und in Zukunft zu? Wie könnte eine Arbeitszeitverkürzung
aussehen? Welche Zusammenhänge bestehen zwischen Arbeitszeitverkürzung und
Arbeitslosigkeit und wieviel Freizeit können wir uns angesichts des demografischen
Wandels und der Krise des Sozialstaats eigentlich leisten?