Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen e. V.

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Vergangene Veranstaltungen 2006

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Dezember 2006

Zum 150. Geburtstag von Sigmund Freud
"Die Stimme der Vernunft ist leise..."
Mit Dr. Siegfried Kätzel und Prof. Dr. Walter Friedrich (beide Leipzig)

Sigmund Freud, geboren 1856 als Sigismund Schlomo Freud in Freiberg (Mähren) war ein bedeutender österreichischer Arzt und Tiefenpsychologe, der als Begründer der Psychoanalyse und als Religionskritiker weltweit Bekanntheit erlangte. Seine Theorien und Methoden - so das Freie Assoziieren vor allem im Zusammenhang mit der Traumdeutung - werden noch heute kontrovers diskutiert. Freud gilt als einer der einflussreichreichsten Denker des 20. Jahrhunderts. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten fallen auch Freuds Werke der Bücherverbrennung vom Mai 1933 anheim. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Österreich emigriert Freud 1938 nach London.

Mittwoch, 13. Dezember, 19 Uhr
Technische Universität, Hörsaalzentrum, Raum 103, Bergstr. 64, Dresden
Vortrag und Diskussion
Patriotismus und Vaterland in Deutschland heute?
Mit Prof. Dr. Siegfried Wollgast, Philosophiehistoriker

Sollen Patriotismus und Vaterland durch eine internationale, europäische oder globale Identität ersetzt werden? Wie verstehen sich Vaterland und Patriotismus im historischen Kontext ihrer Entstehung im 16. bis 18. Jahrhundert, von Ulrich von Hutten bis Johann Gottlieb Fichte? Sind Weltbürgertum und Nationalbewusstsein, Vaterland und Kosmopolitismus heute Gegensätze? Ist Patriotismus für eine demokratische Republik tragend? Und was bedeutet Verfassungspatriotismus? Halten wir es mit Cicero „Wo es mir gut geht, da ist mein Vaterland.“, oder eher mit Schiller: „...im Vaterland liegen die starken Wurzeln unsrer Kraft.“? Inwiefern bildet der Nationalismus den Gegenpol zum Patriotismus? Professor Siegfried Wollgast, Mitglied der Leibniz-Societät, will keine Lösungen vorsetzen, sondern zum Bedenken und Weiterdenken einladen.

Mittwoch, 6. Dezember, 19 Uhr
WIR-AG, Martin-Luther-Str. 21, Dresden

November 2006

Podiumsdiskussion
Sächsische Arbeitsmarktpolitik: Zwischen Tradition und Wandel
Mit Stefan Brangs, MdL, stellv. Vorsitzender der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag; Caren Lay, MdL, stellv. Vorsitzende der Linksfraktion im Sächsischen Landtag und Karl-Peter Fuß, Chef der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit. Moderation: Benjamin-Immanuel Hoff, Sozialwissenschaftler, Vorstandsmitglied der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Berlin

Noch immer postulieren politische und wirtschaftliche Akteure eine an den Mustern und Traditionen der Industriegesellschaft orientierte Vorstellung von Vollbeschäftigung. Jedoch wird Beschäftigung in Zukunft nicht mehr wie in früherem Maße über wirtschaftliches Wachstum entstehen. Vielmehr müssen sich Strategien einer neuen Vollbeschäftigung auf Lebenszeiten beziehen und Kontinuitäten, Diskontinuitäten, neue Inhalte und neue Verteilungen gesellschaftlich anerkannter Arbeit einschließen und akzeptieren, dass es immer Menschen geben wird, die aus freier Entscheidung oder umständehalber keiner Erwerbsarbeit nachgehen werden. Die Linkspartei.PDS hatte dazu ein Politikbündel, bestehend aus Maßnahmen für neue Arbeitsplätze, aktiver Arbeitsmarktpolitik sowie Maßnahmen für eine neue Verteilung und neue Formen von Arbeit vorgeschlagen (Aleksa). Damit Beschäftigte von Arbeit leben können, gehört dazu nicht zuletzt das Instrument eines Mindestlohns, für den sich neben den Gewerkschaften auch die sächsische SPD einsetzt. Die Podiumsdiskussion soll prüfen, ob und auf welchem Weg neue Beschäftigungsperspektiven für Sachsen eröffnet werden können.

Mittwoch, 29. November, 19 Uhr
Kulturrathaus, Kleiner Saal, Königstr. 15, Dresden
Solidarische Ökonomie im globalisierten Kapitalismus

Diese Veranstaltung konzentriert sich auf Fragen der lokalen Ökonomie und Selbstorganisation im Gemeinwesen. Es geht um global fairen Handel und eine lokale, ökologisch und sozial orientierte Wirtschaft, mit mehr regionalen Wirtschaftskreisläufen und der Förderung und Vernetzung von Produktions- und Dienstleistungsunternehmen, die primär am Konsum vor Ort ausgerichtet sind und dort Arbeitsplätze und Existenzen sichern. Eine Veranstaltung der Interessengemeinschaft sigus e. V. (Soziale Innovation für Gesundheit & Selbsthilfe), einem Verein für soziale Selbstorganisation und Erfindungen in Dresden. Kontakt Tel. 0351-2632138 oder Email sigus-dd@t-online.de.

Mittwoch, 22. November, 17 Uhr
Vereinshaus Johannstadt, Dürerstr. 89, Dresden
Kolloquium
Dresdner Industriegeschichte 1945-1990

Die 800-jährige Geschichte und das moderne Gesicht Dresdens sind nicht denkbar ohne seine industrielle und wirtschaftliche Entwicklung. Von Ideenreichtum, unternehmerischem Wagemut und ökonomische Weitsicht zeugen nicht nur vergangene Jahrhunderte, sondern auch die jüngste Industriegeschichte der Zeit nach dem 2. Weltkrieg und den verheerenden Zerstörungen des 13. Februar 1945. Diese Zeit kann nur in der Einheit von Wiederaufbau, dem Beginn einer neuen industriellen Revolution und sozialistischem Experiment betrachtet und bewertet werden.

Im Rahmen der von Dresdner Industriefachleuten initiierten Arbeitsgruppe “Industriegeschichte zwischen 1945 und 1990” wurden in den letzten Jahren die Geschichte der wichtigsten Dresdner Betriebe und Kombinate dargestellt. Beruhend auf dem Engagement von ehemaligen Führungskräften und Mitarbeitern entstand eine einzigartige Sammlung von Dokumentationen, in denen sich nüchterne Historiografie mit dem persönlichem Erleben von Zeitzeugen verbindet. Auch wenn hier keine professionellen Wirtschaftshistoriker am Werk waren, kann dieses beachtliche Konvolut als beispielhaft für oral history bezeichnet werden.

Auf dem Kolloquium können nur wenige Betriebe und ihre Geschichte behandelt und in ihre zeithistorischen Bezüge gestellt werden. In der geplanten Veröffentlichung ist jedoch beabsichtigt, neben den Kolloquiumsbeiträgen die etwa 100 Betriebe, von denen historische Porträts für die Zeit 1945 - 1990 vorliegen, in Kurzform mit entsprechenden Quellenangaben vorzustellen.

Programm

10.00 Uhr Begrüßung
Dr. Monika Runge, MdL, Vorsitzende Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen

Grußwort
Thomas Kübler, Amtsleiter Stadtarchiv Dresden

10.15 Uhr Die wirtschaftlichen Ausgangsbedingungen Dresdens 1945
Prof. Dr. Horst Schneider, Historiker, Dresden

10.45 Uhr Die Rolle des Bezirks Dresdens im Rahmen der DDR-Wirtschaft
Prof. Dr. Jörg Roesler, Wirtschaftshistoriker, Berlin

11.15 Uhr Anfragen und Diskussion

12.00 Uhr Mittagspause

12.45 Uhr Dresden - wissenschaftliches Zentrum der Computer- und Softwareentwicklung
Prof. Dr. Gerhard Merkel, ehem. Chef des Entwicklungszentrums ROBOTRON

13.15 Uhr Apogepha - Vom privaten und halbstaatlichen Betrieb zur vollständigen Verstaatlichung
Dr. Christian Starke, geschäftsführender Gesellschafter Apogepha

13.45 Uhr Elbflorenz - Ein Traditionsbetrieb und sein Untergang in der Marktwirtschaft
Dipl.-Ing. Uwe Hessel, Mitarbeiter WIMAD

14.15 Uhr Anfragen und Diskussion

15.00 Uhr Pause

15.15 Uhr Wissenschaftsbeziehungen der Dresdner Industrie - eine kritische Wertung
Prof. Dr. Hans-Jörg Raeuber, ehem. Direktor der Sektion Verarbeitungstechnik TU Dresden

15.45 Uhr VEM Dresden - Wiege und Zentrum des europäischen Elektromaschinenbaus
Dipl.-Philol. Harald Müller, ehem. Pressechef des Kombinats/Antriebstechnik AG

16.15 Uhr Die Verpackungsindustrie in Dresden - eine wichtige Komponente der Verarbeitungsindustrie
Dr. Monika Kaßmann, Dozentin TU Dresden

Das Bauwesen und die Stadtentwicklung Dresdens
N.N.

16.45 Uhr Anfragen und Diskussion

17.30 Uhr Schlusswort
Reinhardt Balzk, ehem. Direktor Außenwirtschaft des Kombinats NAGEMA Dresden, Koordinator der Arbeitsgruppe “Dresdner Industriegeschichte zwischen 1945 und 1990”

Unkostenbeitrag 5 € (normal) bzw. 3 € (ermäßigt).

Vorgetragene und vorbereitete Beiträge sowie Kurzporträts aller von der Arbeitsgemeinschaft Industriegeschichte erarbeiteten Betriebshistorien werden von der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen e. V. veröffentlicht. Herausgeber: Reinhardt Balzk und Jürgen Leibiger. Um Subskription wird gebeten. Schutzgebühr vorauss. 13 €.

Sonnabend, 18. November, 10.00 bis 17.45 Uhr
Technische Universität, Hörsaalzentrum, Saal E 304, Bergstr. 64, Dresden
Buchvorstellung und Gespräch
G8: Gipfel der Ungerechtigkeit. Wie acht Regierungen über sechs Milliarden Menschen bestimmen
Mit der Mitherausgeberin Katja Kipping, MdB, stellv. Parteivorsitzende (DIE LINKE), Dresden

Das Buch zum G 8-Gipfel in Heiligendamm. Die Autorinnen und Autoren liefern Argumente und Gegenentwürfe zur Herrschaft der Konzerne. Ein Muss für Gipfelgegner und ein Handbuch für Gipfelstürmer und all die, die neugierig sind auf die Debatten innerhalb der G 8-Proteste. Mit Beiträgen von Elmar Altvater, Alex Callinicos, Hugo Chávez, Oskar Lafontaine, Chantal Mouffe, Peter Wahl u. v. a. m.

Mittwoch, 15. November, 19 Uhr
WIR-AG, Martin-Luther-Str. 21, Dresden
Bibliotheksrundgang und Gespräch
Mit Juliane Krummsdorf (Bibliothekarin)

In den Bibliotheken der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen in Leipzig, Dresden und Chemnitz steht allen an Wissenschaft und Politik Interessierten vornehmlich Literatur zur Geschichte des sozialen Denkens und der sozialen Bewegungen, zur Geschichte, Literatur, Kunst und Wissenschaft der DDR sowie zur Geschichte Osteuropas und zur Transformationsforschung zur Verfügung. Einschlägige Zeitschriften ergänzen das Angebot. Die drei Bibliotheksstandorte werden gezielt als Bildungs- und Kommunikationszentren entwickelt. In ihnen wird neben der Pflege und systematischen Erschließung der Altbestände aktuelle gesellschaftspolitische Literatur nach den o. g. Profilierungsschwerpunkten sowie die in den öffentlichen Bibliotheken schwer zugängliche Literatur des linken Spektrums gesammelt.

Mittwoch, 15. November, 17.30 Uhr
WIR-AG, Martin-Luther-Str. 21, Dresden
Buchvorstellung und Gespräch
Parteibildungsprozesse in der deutschen Arbeiterbewegung
Mit Prof. Dr. Klaus Kinner, Historiker, Geschäftsführer der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen, Leipzig

Die aktuellen Prozesse der Entwicklung der Linken in Deutschland drängen zu Fragen an die Geschichte. Die Herausbildung und Entwicklung der Arbeiterbewegung, der deutschen wie der internationalen, war immer ein Prozess der Formierung, der Brüche und Spaltungen, der Neukonstituierung. Es war immer ein mühsamer und widerspruchsvoller Prozess. Es ist nützlich, einen Blick auf die Geschichte dieses Prozesses zu werfen und dabei nicht nur das 20. und 21. Jahrhundert ins Auge zu fassen. Das Buch enthält Beiträgen von Autoren wie Wolfgang Schröder, Jutta Seidel, Kurt Schneider, Günter Benser, Stefan Bollinger u. v. a. m.

Mittwoch, 1. November, 19 Uhr
WIR-AG, Martin-Luther-Str. 21, Dresden

Oktober 2006

Zum 150. Todestag: Heinrich Heine - deutscher Jude. Europäer, Weltbürger
Mit Prof. Dr. Wolfgang Geier (Historiker und Sozialwissenschaftler, Leipzig/Klagenfurt)

Heinrich Heine, er wurde 1797 als Christian Johann Heinrich Heine in Düsseldorf geboren und als Harry Heine im Februar 1856 in Paris beerdigt, war einer der bedeutendsten deutschen Dichter und Journalisten des 19. Jahrhunderts. Heine war Dichter der Romantik und zugleich deren Überwinder. Er machte die Alltagssprache lyrikfähig, erhob das Feuilleton und den Reisebericht zur Kunstform und verlieh der deutschen Sprache eine zuvor nicht gekannte stilistische Leichtigkeit und Eleganz. Als kritischer, politisch engagierter Journalist, Essayist, Satiriker und Polemiker war er ebenso bewundert wie gefürchtet. Er gehört zu den meistübersetzten Dichtern deutscher Sprache.

Mittwoch, 25. Oktober, 19 Uhr
WIR-AG, Martin-Luther-Str. 21, 01099 Dresden
Bedarf es einer Deutschen Leitkultur?
Mit Prof. Dr. Ronald Lötzsch (Sprachwissenschaftler und Minderheitenforscher, war Mitarbeiter an der Akademie der Wissenschaften, von 1993 bis 1995 Lehrstuhlinhaber für Sorabistik an der Leipziger Universität und Direktor am dortigen Institut für Sorabistik, Berlin)

Der Begriff Leitkultur wurde ursprünglich in die politikwissenschaftliche Debatte eingeführt, um einen gesellschaftlichen Wertekonsens zu beschreiben. Später wurde der Begriff in der politischen Diskussion verwendet, um die Forderung nach einer Integration von Einwanderern zu unterstreichen. Der Begriff hatte im Jahre 2000 eine weit reichende gesellschaftliche Diskussion ausgelöst und war überwiegend auf Ablehnung gestoßen. Insbesondere der CDU-Politiker Friedrich Merz betätigte sich als Eiferer, als er am 25. Oktober 2000 in der "Welt" Regeln für Einwanderung und Integration als "freiheitlich-demokratische" deutsche Leitkultur forderte und sich gleichzeitig gegen jeglichen Multikulturalismus wandte.

Mittwoch, 18. Oktober, 19 Uhr
WIR AG, Martin-Luther-Str. 21, 01099 Dresden
1956: Zwischen Tauwetter, Frühling und Frost - Die DDR in den Monaten nach dem XX. Parteitag der KPdSU
Mit Prof. Dr. Siegfried Prokop (Historiker, Vorstandsvorsitzender der Rosa-Luxemburg-Stiftung Brandenburg, von 1983 bis 1996 Professor für Zeitgeschichte an der Berliner Humboldt-Universität, 1994 - 1996 nach Wolfgang Harich Vorsitzender der Alternativen Enquete-Kommission Deutsche Zeitgeschichte, Bernau)

Reformkurs und Reformansätze in der DDR nach dem XX. Parteitag der KPdSU (mit der sog. Geheimrede Chruschtschows zur Abrechnung mit dem Stalinismus) finden nach wie vor in den Deutungen der Gegenwart keine hinreichende Würdigung. Dass es ein alternatives Denken im Jahre 1956 gab, passt nicht so recht in vorhandene Klischees. Prokop skizziert anschaulich wie politische Reformideen zuerst in intellektuellen Kreisen Fuß fassten und dann Reformprojekte in Bereichen wie Wirtschaft, Justiz, Kultur und Soziales entwickelt wurden. Im Sommer 1956 begab sich selbst die 28. Tagung des ZK der SED auf Reform-Kurs.

Mittwoch, 4. Oktober, 19 Uhr
WIR AG, Martin-Luther-Str. 21, 01099 Dresden

September 2006

Das rote China in Weltwirtschaft und Weltpolitik
Mit Prof. Dr. Theodor Bergmann (bis 1981 Professor für international vergleichende Agrarpolitik an der Universität Hohenheim, Autor, Herausgeber und Übersetzer von über 50 Büchern zur Agrarpolitik und zur Geschichte der internationalen Arbeiterbewegung, Stuttgart)

China ist eine Übergangsgesellschaft. Dieser Staat - mit weit über einer Milliarde Menschen geradezu ein Kontinent - befindet sich in einer kritischen Entwicklungsphase. Diese Situation wird auf unterschiedliche Weise analysiert. Dabei wird die Interpretation, China befinde sich auf einem kapitalistischen Entwicklungsweg, der Situation ebenso wenig gerecht wie die verharmlosende Auffassung, die sich heute in China artikulierenden gesellschaftlichen Widersprüche würden ohne Schwierigkeiten die sozialistische Entwicklung fördern. Theodor Bergmann, langjähriger ausgewiesener Kenner Chinas, skizziert die Hauptlinien seiner Entwicklung seit der Gründung der Volksrepublik, er stellt die zentralen Herausforderungen der Gegenwart dar und diskutiert die Zukunftsperspektiven dieses Landes.

Mittwoch, 27. September, 19 Uhr
WIR AG, Martin-Luther-Str. 21, 01099 Dresden
Lesung und Gespäch mit der Autorin Waltraut Schälike zu ihrem Buch
»Ich wollte keine Deutsche sein«
Berlin-Wedding - Hotel »Lux« - Dietz Verlag
Mit Dr. Waltraut Schälike, Moskau, dem Herausgeber der deutschen Ausgabe Frank Preiß und Dr. Wolfgang Schälike, Vorstandsvorsitzender des Deutsch-russischen Kulturinstituts e. V.

Eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Deutsch-russischen Kulturinstitut e. V.

Freitag, 22. September, 19 Uhr
Deutsch-russisches Kulturinstitut, Zittauer Straße 29, 01099 Dresden
Vor 50 Jahren: Verbot der KPD
Mit MdB Jan Korte (Politikwissenschaftler MA)

Vor 50 Jahren wurde die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) durch das Bundesverfassungsgericht verboten. Zahlreiche Prozesse gegen SympathisantInnen, Linke, Friedensbewegte und engagierte DemokratInnen gingen dem Urteil des BVerfG aus dem Jahre 1956 voraus bzw. waren Folge dieser politischen Entscheidung. Neben dem Verbot aber offenbarte das Urteil vor allem die Bedeutung des Antikommunismus in der noch jungen Bundesrepublik als gesellschaftliches Integrationsmittel. Korte, zwischen 2001-2004 Stipendiat der Rosa-Luxemburg-Stiftung, beschäftigt sich seit Jahren mit dem Thema "Antikommunismus in der BRD" und wird in Dresden über jenen besonderen Aspekt, das KPD-Verbot, diskutieren.

Mittwoch, 20. September, 19 Uhr
WIR AG, Martin-Luther-Str. 21, 01099 Dresden
Bewertung militärischer Optionen gegen das Atomprogramm Irans
Mit Dr. Hermann Hagena (Brigadegeneral a.D., Bonn)

Im Juli 2006 trafen sich die G8-Länder zum Gipfel in St. Petersburg und erneuerten in einer gemeinsamen Erklärung ihre Forderung an den Iran, die Urananreicherung einzustellen. Uneinig hingegen sind die G8-Regierungschefs hinsichtlich möglicher Sanktionen, insbesondere die Veto-Länder Russland und China lehnen diese (noch) ab.

Eine gemeinsame Veranstaltung mit der Dresdener Studiengemeinschaft Sicherheitspolitik e.V. (DSS).

Dienstag, 12. September, 15 Uhr
A.-Bebel-Str. 19, Block A, Raum A32, 01219 Dresden
Die Prekarisierung von Arbeitsverhältnissen und die Widersprüche linker Politik in diesem Feld
Mit Dr. Mario Candeias (Politologe, Dozent am Lehrstuhl für Arbeits-, Industrie- und Wirtschaftsoziologie der Universität Jena)

Als "prekär" gelten Arbeitsverhältnisse, mit denen die Betroffenen ihre Existenz nicht bestreiten können. Die Benutzung dieses Begriffs versucht, den tiefgreifenden Wandel in der Arbeitswelt seit den 70er Jahren zu erfassen. Er beschreibt u. a. Arbeitsplätze mit niedrigem Lohn, mangelndem Kündigungsschutz und geringer Arbeitsplatzsicherheit. Früher waren es die sozial Schwachen, die prekär lebten und arbeiteten. Inzwischen hat die Erscheinung auch die Mittelschicht erreicht. Besonders betroffen ist der Dienstleistungssektor. Frauen sind generell häufiger betroffen und hoch ist auch der Anteil unter Behinderten. Als Extremform gilt: illegalisierte MigrantInnen. Ohne Rechte sind sie den Arbeitgebern hilflos ausgesetzt. Prekarität hat Auswirkungen auf sämtliche Lebensbereiche. Da der Prekarisierte nur wenig Einfluss auf die Gestaltung seiner Arbeit hat, nicht vorausplanen kann, nur einen mangelhaften sozial- und arbeitsrechtlichen Schutz genießt und ihm ständig auch materielle Armut droht, blickt "Homo precarius" mit einem dauerhaft pessimistischen Blick in die Zukunft. Prekarität trifft jedoch nicht nur die unmittelbar Betroffenen. Die bloße Angst davor genügt, um auch diejenigen unter Druck zu setzen, die noch in einem regulären Arbeitsverhältnis stecken. Diese Angst flößt jedem Arbeitnehmer das Gefühl ein, dass er keineswegs unersetzbar ist und seine Arbeit, seine Stelle gewisser Maßen ein Privileg darstellt, freilich ein zerbrechliches und bedrohtes Privileg. Die objektive Unsicherheit bewirkt eine allgemeine subjektive Unsicherheit, welche heutzutage mitten in einer hochentwickelten Volkswirtschaft sämtliche Arbeitnehmer, einschließlich derjenigen unter ihnen in Mitleidenschaft zieht, die gar nicht oder noch nicht direkt von ihr betroffen sind (Pierre Bourdieu).

Eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Verein Linke Bildung und Kultur in Sachsen e.V.

Mittwoch, 6. September, 19 Uhr
Kulturrathaus, Kunstfoyer, I. OG, Königstraße 15, 01097 Dresden
Podiumsdiskussion zum Weltfriedenstag 2006
Die neue Bundeswehr - Armee im Einsatz
Mit MdB Monika Knoche (Stellv. Fraktionsvorsitzende der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag, Mitglied im Ausschuss für Auswärtiges) und mit Kapitän zur See Wolfgang Brasack (Leiter des Verteidigungsbezirkskommandos).
Moderation: Prof. Dr. Wilfried Schreiber (Dresdner Studiengemeinschaft Sicherheitspolitik e.V.)

Der Bundespräsident Horst Köhler sprach unlängst von einer "neuen Bundeswehr". Neu an ihr ist vor allem, dass sie bereits seit dem Krieg gegen Jugoslawien zusammen mit anderen Ländern Angriffskriege führt. So ist eine neue Realität geschaffen worden. War die Bundeswehr im Kalten Krieg eine Streitkraft im System der Abschreckung und der garantierten gegenseitigen Zerstörung, so hat sie sich heute verwandelt in eine Streitkraft für die Errichtung und Befestigung einer neuen Weltordnung. Stand sie jahrzehntelang Gewehr bei Fuß, ist sie heute Armee im Einsatz. War die Bundeswehr laut Grundgesetz Streitkraft zur Verteidigung, ist sie heute, ohne Grundgesetzänderung eine Streitkraft zur Intervention. Neuer Auftrag, neue Struktur und Bewaffnung, neues Selbstverständnis! Und die Folgen?

Eine gemeinsame Veranstaltung mit Sächsische Friedensinitiative Dresden e.V., Dresdener Studiengemeinschaft Sicherheitspolitik e.V., IPPNW Ärzte in sozialer Verantwortung, Arbeitsgemeinschaft Offene Kirchen in Sachsen, AG Frieden Dresden, Dresdner Friedensaktion, Gemeinschaft für Menschenrechte in Sachsen u. a.

Freitag, 1. September, 19.30 Uhr
Haus der Kirche - Dreikönigskirche, Hauptstraße 23, 01097 Dresden

Juni 2006

Buchvorstellung und Diskussion
Der Mann, der kein Spion war. Eine Klaus-Fuchs-Biographie
Mit dem Autor Ronald Friedmann (Berlin)

Dieses Buch ist die weltweit erste umfassende Biographie des Mannes, der in der westlichen Welt als der "gefährlichste Spion des 20. Jahrhunderts" galt und dessen Wirken im Osten jahrzehntelang verschwiegen wurde. Der Autor wertete umfangreiches Quellenmaterial aus den USA, Großbritannien und der Sowjetunion aus, das erst nach 1990 freigegeben wurde. Und er konnte sich auf die Erinnerungen zahlreicher Akteure im Umfeld von Klaus Fuchs stützen, die gleichfalls erst nach dem Ende des Ost-West-Konfliktes den Weg an die Öffentlichkeit fanden." Klaus Fuchs kam nach seiner Haftentlassung 1959 in die DDR, war u. a. Stellvertretender Direktor von Rossendorf, ZK- und Akademiemitglied und einer der Wegbereiter der Mikroelektronik. Er hat bis zu seinem Tod 1988 in Dresden gewohnt und auch viele Jahre dort gearbeitet.

Mittwoch, 21. Juni, 19 Uhr
WIR AG, Martin-Luther-Str. 21, 01099 Dresden
Filmvorführung und Diskussion
Der vietnamesische Weg - Einblicke in das politische und ökonomische System Vietnams
Mit Stadtrat Andreas Naumann (DIE LINKE.PDS Dresden, stellv. Vorsitzender des Ausländerbeirates), Rolf Österlein (Filmemacher, Mainz), An (Mitglied des Ausländerbeirates und Vorsitzender des vietnamesischen Vereins in Dresden)

Was will die Kommunistische Partei Vietnams? Geht Vietnam den Weg in die kapitalistische Marktwirtschaft oder verfolgt es weiterhin als Ziel den Sozialismus? Wie ist das Verhältnis Vietnams zur USA, zu China und zu Westeuropa? Wie bewertet das heutige Vietnam seinen sozialistischen Weg bis 1990? Kann es einen "dritten" Weg zum Sozialismus, nämlich den ostasiatischen Weg geben? Und stellt dieser Weg eine Alternative zum derzeitigen globalen Kräfteverhältnis dar? Wie ist das Verhältnis der kommunistischen Partei zur gegenwärtig in Vietnam vorherrschenden kapitalistischen Marktwirtschaft? Antworten auf diese und weitere Fragen sollen im Rahmen der Filmvorführung und in der anschließenden Diskussion erörtert werden.

Mittwoch, 14. Juni, 19 Uhr
WIR AG, Martin-Luther-Str. 21, 01099 Dresden
Podiumsdiskussion
Ein Gespenst geht um - das Gespenst der Neuen Linken in Deutschland. Parteibildungsprozesse zwischen Linkspartei.PDS und WASG
Mit MdL Dr. Cornelia Ernst (Vorsitzende DIE LINKE.PDS Sachsen), MdB Bodo Ramelow (Fusionsbeauftragter DIE LINKE.PDS) und MdB Ulrich Maurer (WASG)

Die Linkspartei.PDS Sachsen und die WASG Sachsen haben das sächsische Forum "Neue Linke" mit einer gemeinsamen Erklärung initiiert: "Wir bekennen uns zur Notwendigkeit einer Neuen Linken. Gleichzeitig ist klar, dass eine Neue Linke in Deutschland mehr ist als Linkspartei.PDS plus WASG. Eine Neue Linke braucht das Engagement all derer, die den Politikwechsel wollen. Deshalb wollen wir engagierte BürgerInnen, als Aktive in Initiativen, Vereinen und Gewerkschaften einladen, den Parteineubildungsprozess von Linkspartei.PDS und WASG mit zu gestalten." Auf der Veranstaltung werden aktuellste Entwicklungen der Bundesebene dazu diskutiert.

Freitag, 2. Juni, 19 Uhr
Kulturpalast Dresden (Studiotheater), Wilsdruffer Str., Dresden

Mai 2006

Buchvorstellung und Diskussion
Anton Ackermann - Der deutsche Weg zum Sozialismus. Selbstzeugnisse und Dokumente eines Patrioten
Mit dem Herausgeber Frank Schumann (Berlin)

Die Biographie Ackermanns ist so einmalig wie charakteristisch. Sie steht stellvertretend für eine Generation von Kommunisten, die mit Idealismus und Selbstlosigkeit für eine demokratische Umgestaltung des Landes, für einen deutschen Sozialismus arbeitete - und an den Realitäten nicht nur scheiterte, sondern auch persönlich daran zugrunde ging. Erstmals wurden alle in Archiven vorhandenen Unterlagen von und über Anton Ackermann ausgewertet, Zeugen wurden befragt und unbekannte Zeugnisse ausfindig gemacht, zahlreiche Bilddokumente gesichert und einmalige Briefe entdeckt. Das Buch trägt erheblich zur Erhellung bestimmter Kapitel der deutschen Geschichte bei und revidiert sicher geglaubte Positionen.

Mittwoch, 31. Mai, 19 Uhr
WIR AG, Martin-Luther-Str. 21, 01099 Dresden
Bolkestein-Richtlinie - der Kompromiss von Straßburg
Mit MdB Ulla Lötzer (DIE LINKE.PDS, Sprecherin für Internationale Wirtschaftspolitik und Globalisierung) und Martina Sacher (WASG Sachsen, Betriebsrätin TRANSNET)

Bolkestein - dieser Name steht für eine EU-Richtlinie, mit der Dienstleistungen einer Liberalisierung unterworfen werden sollten, die Schutzrechte aufweicht, Lohn- und Sozialdumping erleichtert und öffentliche Dienstleistungen noch mehr zum Spielball von Märkten und privaten Interessen macht. Kürzlich ist in Straßburg eine Stellungnahme zur Richtlinie verabschiedet worden, die einen Kompromiss zwischen hemmungsloser Liberalisierung und mehr Freizügigkeit beinhalten soll. Nun sind die Regierungen am Zug. Was beinhaltet der Kompromiss? Was kommt auf die Einrichtungen der öffentlichen Vorsorge, auf Arbeitnehmer und Dienstleister, das Handwerk und klein- und mittelständigen Betriebe wirklich zu? Welche Position hat die Bundesregierung und wie führt die Linke die Auseinandersetzung mit dieser?

Mittwoch, 24. Mai, 19 Uhr
WIR AG, Martin-Luther-Str. 21, 01099 Dresden
Kriegsdrohungen gegen den Iran - Was steckt dahinter?
Mit Prof. Ernst Woit (Friedensforscher, Dresden)
Eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Ausländerrat Dresden e.V.

Die Nachrichten überschlagen sich: Bereiten die USA einen Atomschlag gegen den Iran vor? Wie agieren die Europäer in diesem Konflikt? Steht die Welt vor einem erneuten Krieg im Mittleren Osten? Diese und andere Fragen sollen erörtert und Lösungsansätze diskutiert werden.

Donnerstag, 11. Mai, 19 Uhr
Internationales Begegnungszentrum, Heinrich-Zille-Straße 6, 01219 Dresden
Dresdner Literaturfestival
BARDINALE 2006
Mit Jayne-Ann Igel (Autorin, Dresden)
Eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Erich-Kästner-Museum und dem Dresdner Literaturbüro.

Was geschieht, wenn sich Kultur im performativen Akt Stadträume (zurück-) erobert - um sie dann wieder zu verlassen, ohne Hinweise oder Spuren? Wie verändert sich ein Raumgefüge durch den plötzlich eingeschleusten Kultur-Input? Und wie nimmt der Besucher eine Literaturveranstaltung wahr, die sich ihren Ort sucht und die ihn, den Zuschauenden, in eine unerwartete Umgebung mitnimmt? Jayne-Ann Igel (Autorin/ Dresden) hat eine ganz persönliche Route durch Dresden ausgewählt.

Die Haltepunkte ihrer Zeitreise sind in Vergessenheit geratene (Kultur-) Orte der Stadt. Der letzte Halt sind die Räume der Rosa-Luxemburg-Stiftung, in denen die Autorin lesen wird.

Start: 20 Uhr Villa Augustin. Eintritt: 6,00 bzw. 4,00€. Mehr Informationen unter www.bardinale.com

Mittwoch, 10. Mai, 21 Uhr
WIR AG, Martin-Luther-Str. 21, 01099 Dresden
Globalisierung und neuer Imperialismus
Mit Leo Mayer (isw, München)

Das Wort vom neuen Imperialismus geht wieder um, die Studie "Empire" von Hardt/Negri wird zum globalen Bestseller. Henry Kissinger, ehemals US-Außenminister sprach es aus: "Amerika am Höhepunkt. Imperium oder Anführer?" Was verbirgt sich hinter dieser Entwicklung? Geht es nur um die USA? Welche Interpretationsmuster liegen vor? Und was bedeutet da alles für die Politik der emanzipatorischen Linken? Leo Meyer vom isw München versucht Antworten zu geben und zeigt die Zusammenhänge von Globalisierung, internationaler Monopolisierung und politischem Weltmachtstreben.

Mittwoch, 10. Mai, 19 Uhr
WIR AG, Martin-Luther-Str. 21, 01099 Dresden
Filmvorführung
Olga Benario - ein Leben für die Revolution (Dokumentarfilm, Deutschland, 2004)
Eröffnung und Begrüßung durch MdB Katja Kipping
Eine Veranstaltung des WIR e.V.

Der Regisseur Galip Iyitanir greift in seinem Dokumentarfilm die Geschichte dieser außergewöhnlichen und mutigen Frau auf, die es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, die revolutionäre Idee in die Welt hinaus zu tragen und sie in den Menschen zu verankern. "Olga Benario - ein Leben für die Revolution" ist eine aufwendig gestaltete Semi-Dokumentation: Die chronologisch aufbereitete Biografie von Olga Benario wird ergänzt um historische Ton- und Bilddokumente, gegenwärtige Ansichten von Originalschauplätzen sowie nachgestellte Spielszenen.

Montag, 8. Mai, 20 Uhr
WIR AG, Martin-Luther-Str. 21, 01099 Dresden
Kranzniederlegung am sowjetischen Ehrenmal und auf dem Sowjetischen Garnisonsfriedhof Marienallee
Eine gemeinsame Veranstaltung mit VVN-BdA.
Montag, 8. Mai (Tag der Befreiung), 11 Uhr

Olbrichtplatz 3, 01069 Dresden

April 2006

Im Dschungel ökonomischer Theorien: Neoliberalismus
Mit Dr. Jürgen Leibiger (Dozent für Volkswirtschaftslehre)

Der Neoliberalismus gilt gemeinhin als die gegenwärtig herrschende Wirtschaftslehre. Tatsächlich ist er nur eine spezifisch deutsche Spielart des Marktfundamentalismus. Welche theoretischen Richtungen gehören zu diesem internationalen Mainstream heute, wie hat er sich entwickelt und warum und wie wurde er zur herrschenden Wirtschaftsdoktrin gemacht?

Mittwoch, 26. April, 19 Uhr
WIR AG, Martin-Luther-Str. 21, 01099 Dresden
Buchvorstellung und Diskussion
Die Vereinigung von KPD und SPD zur SED.
Ein Zeitzeuge berichtet - ein Historiker bewertet
Mit Prof. Wolfgang Leonhard (Historiker, Publizist) und MdB Katja Kipping (Stellv. Vorsitzende DIE LINKE.PDS)

Vor 60 Jahren:  Die Vereinigung von SPD und KPD und die Gründung der SED. Erinnerungen eines Zeitzeugen an die Vorbereitung und Durchführung der Vereinigung (Herbst 1945-April 1946) sowie eines Teilnehmers an den Vereinigungsparteitag am 21.-22. April 1946. Die programmatischen Versprechungen im April 1946 und die totale Abkehr bereits in den ersten drei Jahren bis Anfang 1949 . Erinnerungen und Einschätzungen.

Montag, 24. April, 18 Uhr
Rathaus, Plenarsaal, Dr.-Külz-Ring 19, 01067 Dresden
Polens Linke vor dem Neubeginn. Chancen - Risiken - Akteure
Mit Dr. Holger Politt, Politikwissenschaftler, Warschau

Polens Linke steht vor dem Neubeginn. Die alten, seit 1990 gewachsenen Strukturen haben sich mit der empfindlichen Wahlniederlage im Herbst 2005 und dem planmäßigen Ausscheiden Aleksander Kwasniewskis aus dem Amt des Staatspräsidenten überlebt. Das betrifft sowohl die bisher das linksgerichtete Spektrum dominierende oder polarisierende SLD als auch alle anderen Gruppierungen und Initiativen. Die Änderungen, die unweigerlich bevorstehen, werden an keiner Gruppierung ohne Spuren vorbeigehen. Über wahrscheinliche Entwicklungsperspektiven und die wichtigsten Akteure informiert Holger Politt, Leiter des Regionalbüros Warschau der Rosa Luxemburg Stiftung.

Mittwoch, 19. April, 19 Uhr
WIR AG, Martin-Luther-Straße 21, Dresden
Die extreme Rechte in der EU
Mit Prof. Dr. habil K.-H. Gräfe (Dresden)

Nach der politischen Wende 1989 in Osteuropa entstanden auch in jedem Land dieser Region rechtsextreme und neofaschistische Bewegungen und Organisationen, die seitdem in den nationalen Parlamenten, aber auch außerparlamentarisch Einfluss gewonnen haben. Insofern führte die EU-Osterweiterung auch zur Osterweiterung des rechtsextremen und rechtspopulistischen Lagers in der Europäischen Union. Wo die Ursachen dieser Entwicklung liegen und welchen Einfluss Parteien der extremen Rechten im Europäischen Parlament haben, wird v.a. am Beispiel Polens, Ungarns, Tschechiens und der Slowakei dargestellt.

Mittwoch, 12. April, 19 Uhr
Hörsaalzentrum TUD, Bergstr. 64, Dresden
Vom Elend historischer Selbstkritik. Partei - Staat - bürokratische Kaste
Mit Prof. Dr. Helmut Bock (Berlin)
Eine gemeinsame Veranstaltung mit der Dresdner Studiengemeinschaft Sicherheitspolitik (DSS)

Fünfzig Jahre nach dem XX. Parteitag der KPdSU ist zu erinnern: Die Anklage des toten Stalin unter Aspekten des "Personenkults" war irreführend. Die historisch entscheidende Frage hätte lauten müssen: An welchen Grundmängeln krankte das von der Sowjetunion ausgehende Sozialismus-Modell, das den Stalinismus mit seinen Fehlkonstruktionen und Staatsverbrechen möglich machte. Das war und ist die Kernfrage nach der "real-sozialistischen" Vergangenheit - ohne deren Beantwortung sozial gerechte Alternativen zum Kapitalismus heute und morgen nicht gelingen werden.

Dienstag, 11. April, 15 Uhr
A.-Bebel-Str.19, Block A, Raum A32, Dresden
Parteibildungsprozesse: 60. Jahrestag der Gründung der SED * Linkspartei und WASG
Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Walter Böhme, Dresden, Dr. Hans Modrow, Linkspartei.PDS und Thomas Händel, Bundesvorstand WASG
Eine gemeinsame Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen mit dem Stadtverband Linkspartei.PDS Dresden.

Sonnabend, 8. April, 10.30 Uhr
Haus der Begegnung, Großenhainer Straße 93, Dresden
Im Takt des Geldes - Von der Macht eines gar nicht harmlosen Dings
Buchvorstellung und Gespräch mit Eske Bockelmann, Germanist und Philologe (TU - Chemnitz)

Das Geld regiert - aber nicht bloß die Welt, die sich da draußen um uns herum abspielt. Schon da draußen ist es auf eine Weise übermächtig, die nur Wenige richtig zur Kenntnis nehmen. Aber machtvoll wirkt es auch in unser tiefstes Inneres, mit dem wir diese Welt zur Kenntnis nehmen. Und so verdoppelt und vertausendfacht sich seine Macht. Wo sitzt es bereits in unserem Denken - und wie, in welcher Form? Wie ist es dort zu greifen? Und wie wäre ihm diese Macht zu nehmen?

Mittwoch, 5. April, 19 Uhr
WIR AG, Martin-Luther-Straße 21, Dresden
Verheizt und vergessen. Ein US-Agent und die DDR-Spionageabwehr
Buchvorstellung und Gespräch mit den Autoren Dr. Hannes Sieberer und Herbert Kierstein sowie dem Herausgeber Gotthold Schramm
Eine gemeinsame Veranstaltung mit der Linksfraktion im Sächsischen Landtag.

Zwei ehemalige »Feinde« treffen sich, und der eine attestiert dem anderen, daß der ein ehrenwerter Mann sei und seine damalige Aufgabe, ihn zu jagen, legitim war. Hannes Sieberer, der Österreicher, spionierte in der DDR für einen amerikanischen Geheimdienst. Inzwischen reflektiert Sieberer seinen Einsatz kritisch und stellt fest, wie nachlässig und rücksichtslos seine amerikanischen Auftraggeber mit ihren eigenen Leuten umgingen.

Dienstag, 4. April, 19 Uhr
WIR AG, Martin-Luther-Straße 21, Dresden

März 2006

Die (neue) Linke in Südamerika. Eine Chance für Kuba?
Mit Deborah Azcuy (Botschaft der Republik Kuba)

Auf keinem anderen Kontinent wechseln die wohl zwei konträrsten Regierungsformen so oft wie in Südamerika: Diktatur und Demokratie. Gewalt, Macht und Korruption dominieren die tägliche Politik, meistens auf Kosten der Bevölkerung. Seit einigen Jahren gehen von diesem Kontinent aber ermutigende Zeichen für die Linke aus. Brasilien, Venezuela, Bolivien, Chile - mit Lula da Silva, Hugo Chávez, Evo Morales und Michelle Bachelet werden diese Hoffnungen auch personalisiert. Deborah Azcuy wird die aktuellen Entwicklungen näher beleuchten und die Auswirkungen für Kuba darstellen.

Mittwoch, 29. März, 19 Uhr
WIR AG, Martin-Luther-Straße 21, Dresden
Anlässlich des 95. Deutschen Bibliothekartages in Dresden
Der überwachte Mensch
Mit Gerd Stumpf und Stephan Stolle (Berlin)
Eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Arbeitskreis kritischer BibliothekarInnen (Akribie).

Eine Diskussion über Technik, Bürgerrechte, Datenschutz und bibliothekarische Verantwortung.

Dienstag, 21. März, 16.30 Uhr
WIR AG, Martin-Luther-Straße 21, Dresden
Die Welt in meinen Augen
Eine musikalische Lesung in Bildern mit Armin Pongs (München) und Steve Skaith (Mexico City)

Nüchtern im Tonfall, doch mit beachtenswerter Empathie, beschreibt A. Pongs die Lebensumstände von Menschen in den unterschiedlichsten Regionen der Erde. Nicht Schicksal und Schmerz sind das tragende Element in seinen Texten, es sind die Wünsche und Träume des Einzelnen, die Hoffnung auf eine bessere, eine gerechtere Welt. Hier erzählt kein Resignierter, vielmehr ein Faszinierter, zuversichtlich und mit Feingefühl. Armin Pongs wird musikalisch begleitet von Steve Skaith, auch bekannt als "The Voice of Latin Quarter".

Dienstag, 14. März, 19 Uhr
WIR AG, Martin-Luther-Straße 21, Dresden
Von der Abwesenheit des Lagers - Reflexionen zeitgenössischer Kunst zur Aktualität des Erinnerns
Eine Ausstellung des Kunsthauses Dresden in Kooperation u.a. mit der Rosa Luxemburg Stiftung Sachsen e.V. (Dresden)

Die Ausstellung und das Begleitprogramm setzen sich mit Reflexionen zeitgenössischer Kunst zu den verschiedenen Schichten der Erinnerung an die NS-Zeit in Deutschland und Europa auseinander. Die Ausstellungseröffnung findet am 9. März um 18.00 Uhr in der Neuen Synagoge am Hasenberg/ Brühlsche Terrasse und anschließend 20.00 Uhr im Kunsthaus Dresden statt. Das vollständige Programm gibt es unter www.kunsthausdresden.de

9. März bis 7. Mai
Kunsthaus Dresden / Städtische Galerie für Gegenwartskunst, Rähnitzgasse 8, Dresden-Neustadt
Linkssozialistische Politik in Regierungsverantwortung - Mehr Risiken als Chancen?
Mit Prof. Dr. habil Rolf Reißig, Sozial- und Politikwissenschaftler (Berlin)

Warum ist linkssozialistische Politik in Regierungsverantwortung ein ungewohntes und konflikthaftes Projekt? Was kann die politische Linke in Regierungsverantwortung angesichts neoliberaler Hegemonie wollen und tatsächlich realisieren? Welche Bilanzen, Erfahrungen und Anregungen vermitteln die rot-roten Regierungen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern? Kann aus einer linken Wahlmehrheit in Deutschland perspektivisch ein linkes Regierungsprojekt werden?

Mittwoch, 1. März, 19 Uhr
WIR AG, Martin-Luther-Straße 21, Dresden

Februar 2006

Im Dschungel ökonomischer Theorien: Keynesianismen
Mit Dr. Jürgen Leibiger, Dozent für Volkswirtschaftslehre, Dresden

Keynesianismus, Neo-Keynesiansimus, nachfrageorientierte Theorie, Post-Keynesianismus, Bastard-Keynesianismus, hydraulischer Keynesianismus, Programm-Keynesianismus, neoklassische Synthese, Neoricardianismus, Neu-Keynesianismus. Der britische Jahrhundertökonom J. M. Keynes (1883 - 1946) hat viele Nachfolger hinterlassen. Was trieb ihn um, was wollen seine Schüler und was können wir heute lernen? Der Vortrag versucht den Dschungelflug.

Mittwoch, 15. Februar, 19 Uhr
WIR AG, Martin-Luther-Straße 21, Dresden
14. Dresdner Friedenssymposium:
Für eine Welt ohne Krieg! Gibt es Wege zu einem sicheren Frieden?
Mit Dr. Peter Strutynski, Bundesausschuss Friedensratschlag, Kassel, und MEP Tobias Pflüger, Informationsstelle Militarisierung, Tübingen
In Zusammenarbeit mit Sächsische Friedensinitiative Dresden e.V., Arbeitsgemeinschaft Offene Kirche Sachsen; Dresdner Friedensaktion; Dresdener Studiengemeinschaft Sicherheitspolitik e.V.; Gemeinschaft für Menschenrechte im Freistaat Sachsen e.V.; DGB Regionalverband Dresden - Oberes Elbtal)

Ist unter den gegebenen gesellschaftlichen Verhältnissen das Menschheitsziel einer Welt ohne Krieg erreichbar? Welche gesellschaftlichen Kräfte, Bewegungen, Organisationen und Staaten können einen dauerhaften Frieden erwirken und welche Veränderungen in den Gesellschaftsstrukturen sind dazu nötig? Worin kann eine zeitgemäße Friedensstrategie bestehen? Welche Verantwortung tragen die Bürger für Friedenspolitik ihres Staates? Diese und weitere Fragen stehen in dem Forum zur Diskussion, zu dem sich jährlich aus Anlass der Zerstörung Dresdens am 13. Februar 1945 zahlreiche Friedensfreunde aus Deutschland, Österreich und aus der Tschechischen Republik treffen.

Sonnabend, 11. Februar, 10-18 Uhr
Volkshaus am Schützenplatz, 01067 Dresden
Die USA unter Bush und die amerikanische Linke
Mit Dr. Conrad Schuhler, freier Journalist und Autor, Mitherausgeber der isw-Hefte, München

Ob wir das wollen oder nicht: die politische Entwicklung in den USA bestimmt wesentlich mit, was aus uns in Europa, was aus der Welt insgesamt wird. Deshalb müssen wir wissen, wohin die USA mit und nach Präsident Bush treiben. Was hat Bush in den drei letzten Jahren seiner Amtszeit vor? Verschwindet mit ihm die "neokonservative" Dominanz über die US-Politik? Conrad Schuhler, seit Jahrzehnten ein sachkundiger Beobachter der USA (USA-Bücher u.a.: "Black Panther"; "Freeze - die Geschichte des anderen Amerika"; "Unter Brüdern. Die USA, Europa und die Neue Weltordnung") widerlegt die Auffassung, dass George W. Bush ein "Betriebsunfall" der US-Geschichte sei. Bush verkörpert die "Konservative Koalition", die vor ihm da war und nach ihm weiter funktionieren wird. Der Autor geht den entscheidenden Fragen nach: Worauf gründet die kulturelle Hegemonie der "konservativen Koalition"? Welche Rolle spielen die Kirchen und die Religion? Kommt es zu Spannung oder zu Rissen in der "konservativen" Allianz? Wo liegen die Bruchstellen ihrer Herrschaft? Welche Gegenwehr ist von der Demokratischen Partei zu erwarten? Wie steht es um die Chance der Bildung eines politischen Blocks gegen die "konservative Koalition"?

Mittwoch, 8. Februar, 19 Uhr
WIR AG, Martin-Luther-Straße 21, Dresden
Alte Werte - neue Scheiterhaufen? Die Legende von der "christlichen Wertegmeinschaft"
Mit dem Philosophen und Religionskritiker Dr. Michael Schmidt-Salomon

In seinem jüngsten Werk "Manifest des Evolutionären Humanismus. Plädoyer für eine zeitgemäße Leitkultur" formuliert Schmidt-Salomon die Grundpositionen einer "zeitgemäßen Aufklärung", indem er die aktuellen Erkenntnisse von Wissenschaft und Philosophie miteinander verknüpft und die traditionellen Gräben zwischen Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften überwindet. Dieses Buch ist einerseits eine kritische Liebeserklärung an den "Affen in uns", andererseits ein entschiedenes Plädoyer für eine "alternative politische Leitkultur", die auf die besten Traditionen von Wissenschaft, Philosophie und Kunst zurückgreift, um das unvollendete Projekt der aufgeklärten Gesellschaft gegen seine Feinde zu verteidigen.

Mittwoch, 1. Februar, 19 Uhr
WIR AG, Martin-Luther-Straße 21, Dresden

Januar 2006

Das Dresdner Elbtal - die Geschichte seiner baulichen Gestaltung
Mit Dr. Heidrun Laudel, Architekturhistorikerin, Dresden

Mit der Aufnahme des Dresdner Elbtals (von Übigau bis Pillnitz) in die UNESCO-Liste des Welterbes im Juli 2004 ist die einmalige Einbettung der Stadt in eine Flussauenlandschaft gewürdigt worden. Ihren besonderen Reiz bezieht die Elbuferbebauung im Raum Dresden nicht zuletzt aus dem Wandel der Zeiten, der sich in sie eingetragen hat. Die wichtigsten Stadien sollen in den Blick genommen werden: der Ausbau der Residenzstadt zu Kurfürst Moritz’ Zeiten, die weiträumige Ufergestaltung unter August dem Starken und schließlich die Ausweitung des Siedlungsraumes im 19. und 20. Jahrhundert. Es wird zu verfolgen sein, wie sich in der baulichen Gestaltung im Laufe der Zeiten der jeweils andere Bezug zum Fluss niedergeschlagen hat und welche Debatten seit dem 19. Jahrhundert um empfindliche Eingriffe geführt worden sind.

Mittwoch, 18. Januar, 19 Uhr
WIR AG, Martin-Luther-Straße 21, Dresden
Ehrung von Rosa Luxemburg zum 87. Jahrestag ihrer Ermordung
In Zusammenarbeit mit DIE LINKE-PDS Dresden, Linksfraktion im Dresdner Stadtrat

Sonnabend, 14. Januar, 10 Uhr
Rosa-Luxemburg-Platz, Dresden
Mythen und Realitäten der Ökonomie: Stichwort »Staatsverschuldung«
Mit Dr. Jürgen Leibiger, Dozent für Volkswirtschaftslehre, Dresden

Die Staatsverschuldung in Deutschland hat die astronomische Höhe von 1,4 Billionen € überschritten und dient als Begründung für weitreichende Einsparungen bei Sozialausgaben und öffentlichen Aufgaben. Wie kommen diese Schulden zustande? Wer sind die Schuldner und wer die Gläubiger? Welche Rolle spielen Schulden im Wirtschaftskreislauf? Wie ist die Lage in anderen Staaten? Mit dieser Veranstaltung beginnt eine Reihe von Seminaren zu aktuellen Grundfragen der Wirtschaftspolitik. Die Reihe wird im Februar mit "Im Dschungel ökonomischer Theorien: Keynesianismen" fortgesetzt.

Mittwoch, 11. Januar, 19 Uhr
WIR AG, Martin-Luther-Straße 21, Dresden
Antiquariat - Archiv - Bibliothek
Die Bibliothek der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Dresden mit 10.000 Bänden und mehreren 100 Zeitschriften lädt zum Gespräch über deren Nutzung ein.

Mittwoch, 11. Januar, 17 Uhr
WIR AG, Martin-Luther-Straße 21, Dresden

2005





copyright Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen e.V. 16.12.2006